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Allergene in unseren Hautpflegeprodukten

Die Haut juckt und brennt? Vielleicht hast du eine Kontaktallergie ausgelöst durch eine Creme - hier findest du alle Infos dazu.
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Du reibst dir die Haut mit einer Lotion ein. Aber was passiert, wenn sie daraufhin juckt und brennt? Lotionen, Cremes, Shampoos und Salben – sie alle sind ständige Begleiter in unserem Alltag. Nicht jeder mag es für notwendig halten seine Haut zu fetten, aber spätestens wenn wir uns der Haarwäsche widmen, setzen wir unsere Haut einem bunten Sammelsurium verschiedenster Substanzen aus. Eine davon könnte die Ursache für eine Kontaktallergie sein.

Anzeichen einer Kontaktallergie

Jeder Dritte in Deutschland ist Allergiker. Von den verschiedenen Allergiesorten ist die Kontaktallergie die zweithäufigste. Das tückische an der Kontaktallergie ist, dass sie sich erst zwölf Stunden nach dem Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz bemerkbar macht. Manchmal kann es aber vorkommen, dass sich die Symptome einer allergischen Reaktion sogar bis zu drei Tage Zeit lassen. Typisch für eine Kontaktallergie sind gerötete Haut, Juckreiz und kleine Bläschen. In der Regel ist die betroffene Stelle begrenzt auf den Teil der Haut, der mit dem Allergen in Kontakt gekommen ist. Es kann aber auch vorkommen, dass die Haut über einen längeren Zeitraum mit geringen Mengen des allergieauslösenden Inhaltsstoffes in Berührung kommt. Wenn die Haut gerötet ist, nässt und sich häufig schuppt, dann hat man es in diesem Fall mit der sogenannten subakuten Kontaktallergie zu tun.

Allergene in Hautpflegeprodukten

Das Allergen schlechthin gibt es nicht. Der eine reagiert allergisch auf eine Substanz, der andere nicht. Allerdings haben sich ein paar Substanzen als übliche Verdächtige herauskristallisiert, die häufig Ursache für eine Kontaktallergie sind. Ein Inhaltsstoff, den wir häufig in Shampoos antreffen, ist das Konservierungsmittel Methylisothiazolinon (MI). MI erregt derzeit besonders viel Aufregung. Überdurchschnittlich viele Leute reagieren darauf allergisch. Die Hersteller versprachen sich von MI die stark in Verruf geratenen Parabene als Konservierungsmittel abzulösen. Doch das Problem hat sich lediglich verschoben. Nun melden sich andere Verbraucher mit Beschwerden. Das Ironische an der ganzen Geschichte ist, damals erhoffte man sich durch den Einsatz von Parabenen endlich eine hautverträgliche Alternative für die gefährlichen Formaldehyde entdeckt zu haben.

Die Hersteller stehen vor einem Dilemma, welches sich in den Konservierungsstoffen am eindrücklichsten zeigt. Einerseits scheinen Konservierungsstoffe häufig als Ursache für Kontaktallergien in Frage zu kommen. Andererseits kann man nicht einfach so auf Konservierungsstoffe verzichten. Da Hautpflegeprodukte fast ausschließlich aus organischen Substanzen bestehen, sind sie innerhalb kürzester Zeit ein gefundenes Fressen für Bakterien und Pilze – die möchte nun aber auch wirklich niemand auf seiner Haut.

Allergieprävention ist leider nicht möglich

Auch wenn die Verlockung groß ist, man kann Allergien nicht vorbeugen ohne vorab zu wissen gegen was man eigentlich allergisch ist. Die Sprüche auf der Verpackungsrückseite, wie „dermatologisch getestet“ und „Klinische Tests haben ergeben“ kann man getrost überlesen. Die meist wissenschaftlich anmutenden Informationen geben den Eindruck sie wären von unabhängigen Forschungsinstitutionen geprüft worden. Doch in Wahrheit handelt es sich meist um clever platzierte Werbung. Die Ergebnisse sind häufig hingebogen oder basieren auf nicht repräsentativen Kontrollgruppen.

Sollte man stattdessen Mutter Natur vertrauen und gezielt nach Hautpflegeprodukte aus rein natürlichen Inhaltsstoffen greifen? So einfach ist das allerdings nicht. Erinnern wir uns zurück: Kontaktallergien sind die zweithäufigste Allergieform. Doch die mit Abstand häufigste ist der allseits bekannte und lästige Heuschnupfen. Ob natürliche oder unnatürliche Inhaltsstoffe; der Körper macht da keinen Unterschied. Dass man auf eine bestimmte Substanz allergisch reagiert, findet man erst heraus, wenn es bereits zu spät ist.

Was also tun wenn‘s brennt?

Wenn sich erst einmal die typischen Symptome einer Kontaktallergie zeigen, dann sind Cremes und Salben mit Hydrokortison oder Antihistaminika eine gute Wahl. Sie lindern den Juckreiz und fördern die Heilung der Haut. Und das Beste daran: Man erhält sie rezeptfrei in der Apotheke. Wenn keine passende Salbe zur Hand ist, dann versprechen auch kalte und feuchte Umschläge für eine kurzfristige Symptomlinderung.

Jedoch sind alle Hilfsmittel keine dauerhafte Lösung. Es ist wichtig dem Allergen in Zukunft aus dem Weg zu gehen. Da sich jedoch die Symptome einer Kontaktallergie erst sehr spät zeigen, gestaltet es sich recht schwierig den allergieauslösenden Inhaltsstoff zu finden. Bevor man unnötig Zeit und Mühe aufwendet, um den Übeltäter ausfindig zu machen, oder gar bestimmte Produkte ganz meidet, ist es das Beste sich nach einem Allergologen umzusehen. Dank Allergietests kann gezielt und unkompliziert nach dem Übeltäter gesucht werden.

 

Fazit: Es gibt keine Hautpflegeprodukte, die per se ein höheres Allergierisiko darstellen. Viel mehr kommt es auf die Inhaltsstoffe an. In der Regel ist nur eine von ihnen der Übeltäter, wobei alle möglichen Substanzen in Frage kommen könnten. Treten die gängigen Symptome einer Kontaktallergie auf, dann ist es ratsam einen Allergietest zu machen und die Substanz in Zukunft zu meiden.

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