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Die besten Bücher für den Sommer

Du suchst ein Buch für den Strand? Wie wäre es mit "Radieschen von unten", "Sternschnuppenträume" oder einem "Conni"-Roman?
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Was gibt es schöneres als am Strand gemütlich auf einer Liege zu liegen, sich eine frische Brise um die Nase wehen zu lassen und in einem guten Buch zu schmökern? Alternativ bietet sich natürlich auch der heimische Balkonstuhl an. Oder man liest zeitvertreibend im Flugzeug. Es gibt viele Gelegenheiten für ein gutes Buch und es gibt viele gute Bücher – daher hat unsere Expertin Sandra euch die besten Bücher für den Sommer 2014 zusammen gesucht.

„Radieschen von unten – Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs“

Lotte Minck
Droste Verlag

 

Loretta Luchs’ Leben ist zurzeit ganz schön anstrengend und stressig. In ihrem Job bei einer Sex-Hotline kommen die Kunden auf die schrägsten Ideen und auch zuhause stehen die Zeiten gerade auf Sturm. Irgendwie ist in ihrer Beziehung gerade der Wurm drin. Dann leistet sich Lorettas Freund den größten Fehltritt überhaupt. Loretta packt ihre Sachen und zieht kurzerhand in das Schrebergartenhäuschen einer Freundin. Gepflegter Rasen, bunte Blumen, nette Leute und so viel Ruhe – ein Traum. Bis die Idylle mit einer Leiche in der Regentonne ein jähes Ende findet.

Was ist eine Krimödie? Natürlich die Kreuzung aus Krimi und Komödie. Genau darin findet Loretta Luchs sich wieder als sie eigentlich nur ein paar Tage im Schrebergarten ihrer Freundin ausspannen will. Loretta ist eine Hauptfigur, wie man sie sich wünscht. Eine ganz normale junge Frau mit allen Freuden und Sorgen, die das Leben mit sich bringt und die jeder Leser sicher schon mal erlebt hat. Lediglich ihr Job ist etwas ungewöhnlich, dafür aber für manchen Lacher gut. Überhaupt gibt es bei diesem Buch eine Menge zu lachen, denn Loretta erzählt mit einem wunderbaren Humor, den sie nicht einmal dann verliert, als sie – völlig berechtigt – ihren Freund sitzenlässt.
Ihr Zufluchtsort ist das Schrebergartenhäuschen einer Freundin. Doch die Idylle trügt, wie sich schnell herausstellt. Bald schon liegt zwischen sorgfältig geharkten Beeten eine Leiche. Das wirkt in dieser ach so friedlichen Umgebung natürlich ziemlich skurril, doch genau das macht den Reiz daran aus. Schon nach kurzer Zeit hat man ein klares Bild von der kleinen Siedlung vor Augen, sieht die hübsch hergerichteten Häuschen vor sich und hat den Duft von Gegrilltem in der Nase. Und dann plötzlich: eine Leiche!
Die ruft nicht nur Loretta auf den Plan, die erste Nachforschungen anstellt, sondern auch die übrigen Laubenpieper, von denen hier ein herrliches Bild gezeichnet wird. Genauso stellt man sich dieses Völkchen vor: eine – zumindest vordergründig – verschworene kleine Gemeinschaft, eigenbrötlerisch und ziemlich kauzig. Als Außenstehender wird man aus ihnen nur schwer schlau.
So kann man beim Lesen gut mitknobeln, wer und was hinter den Morden steckt. Wer von den Schrebergärtnern hat ein Motiv? Verhält sich da nicht jemand äußerst verdächtig? Oder ist das etwa alles ganz normal unter diesen Leutchen? Wer selber keinen Schrebergarten hat, dürfte ähnlich verwirrt sein, wie Loretta. Das sorgt für Spannung! Und wenn selbst Loretta mal die flotten Sprüche ausgehen angesichts solch erschreckender Ereignisse, dann steht ihr immer noch Ruhrpott-Original Frank zur Seite und sorgt dafür, dass die Geschichte die Komödie nicht aus dem Blick verliert, die sie neben dem Krimi noch ist.

Ein erfrischender Krimi zwischen Geranien und Gartenzaun für alle, die es in diesem Sommer nicht in die Ferne zieht. Ein ordentlicher Schuss Humor macht “Radieschen von unten” zur idealen, leichten und doch spannenden Krimilektüre für die Gartenliege.

„Sternschnuppenträume“

Julie Leuze
Egmont Ink

 

Es gibt nicht viel, das Svea und Nick verbindet. Sie leben auf der gleichen Nordseeinsel und kennen sich flüchtig. Keiner von beiden hält allzu viel vom anderen. Doch dann ist da diese Nacht am Strand nach einer Party, in der sich alles ändert. Svea hat einfach keine Lust mehr, sich ständig Sorgen zu machen und Nick, nun, Nick ist einem Flirt und mehr selten abgeneigt.
Doch schon am nächsten Tag holt beide die Realität wieder ein und es ist klar: aus ihnen kann unmöglich etwas werden. Zu verschieden sind ihre Welten.

“Sternschnuppenträume” ist lange genau die Liebesgeschichte, die das Cover verspricht, auch wenn ihr Verlauf eher ungewöhnlich ist. So macht Svea zunächst gar nicht den Eindruck als könne Nick ihr gefallen. Sie ist viel zu sehr mit ihren Problemen zuhause beschäftigt: ihr Vater droht das Restaurant zu verlieren und ihre Mutter lebt zurzeit nicht bei der Familie. Über die Gründe dafür macht Svea lange lediglich Andeutungen, denen man aber schnell entnehmen kann, was vorgefallen ist. Und wenn so etwas in einer Stadt gar kein solches Drama wäre, auf einer kleinen Insel, auf der jeder jeden kennt, bleibt nichts geheim und schnell sind Gerede und Verachtung da. Kein Wunder also, dass ein blonder Surfer-Schönling gerade überhaupt nicht in Sveas Leben passt.
Doch die Geschichte wird abwechselnd von Svea und Nick erzählt. In seinen Kapiteln erhält man wiederum Einblick in sein Leben, und das sieht trotz reicher Eltern, Villa und allem Machogehabe keineswegs so rosig aus, wie Svea es sich vorstellt. Auch Nick hat mit Problemen zu kämpfen, und wenn man es genau betrachtet, dann sind seine Probleme noch eine Spur dramatischer als Sveas. Geradezu erschreckend. Außerdem ist Nick längst nicht der oberflächliche Typ, für den man ihn nach Sveas Schilderungen zunächst hält.
Da es geraume Zeit also nicht danach aussieht, dass aus den beiden je ein Paar wird, kann man zunächst ausgiebig das Inselflair genießen, das diese Geschichte mitbringt. Da hört man das Meer rauschen, den Wind durch das Dünengras streichen und der Geruch von Salz liegt in der Luft. Den Strand und die Party sieht man bildlich vor sich und am liebsten würde man sofort mitfeiern, so eine schöne Atmosphäre geht davon aus.
Nicks und Sveas Nacht kommt ziemlich überraschend, denn Andeutungen in diese Richtung gibt es bis dahin nicht. Genau deshalb ist es aber umso schöner. Spontan, ohne viel darüber nachzudenken und ohne auch nur einen Gedanken daran, ob es eine Zukunft haben könnte. Eine wirklich romantische Vorstellung: am Strand, Sternschnuppen am Himmel und einfach auf’s Gefühl hören.
Tags darauf ist Svea allerdings entsetzt darüber, was da zwischen ihr und Nick vorgefallen ist, stößt ihn vor den Kopf und vergrault ihn so. Einen solchen Knacks braucht wohl jede gute Liebesgeschichte.
Unterdessen spitzen sich die Situationen der beiden zuhause zu. Sie müssen erkennen, dass sie sich diesen Problemen stellen müssen, wenn sie eine Chance haben wollen, zusammen glücklich zu werden, denn keiner von ihnen kommt wirklich vom anderen los. Da kann man so etwas unmöglich unter den Teppich kehren. Vor allem in Nicks Fall sollte man das auch gar nicht. Die Geschichte schildert diese Problematik sehr realistisch und zeigt deutlich auf, welche Folgen sie haben kann. Ebenso intensiv und eindringlich werden die Auswirkungen von dem beschrieben, was Sveas Mutter getan hat. Erschreckend, welches Licht dabei auf das Örtchen und seine Bewohner fällt. Dabei sollte doch jeder mal vor der eigenen Tür kehren. Es sind also keineswegs 0815-Probleme, die hier behandelt werden. Von einer seichten Lovestory mit den sattsam bekannten Verstrickungen, die dem großen Glück im Wege stehen, kann keine Rede sein. Bis zum Ende fragt man sich, wie und ob Svea und Nick alle Schwierigkeiten durchstehen und meistern werden, und so richtig “happy” ist das “end” dann nicht. Aber es zeigt, dass man mutig sein und zusammenhalten muss, wenn man etwas erreichen will.

Eine schöne und romantische Liebesgeschichte mit viel Inselflair, die sich darauf jedoch nicht ausruht. Svea und Nick haben mit ernsten Familienproblemen zu kämpfen, die einen vor allem deshalb erschrecken, weil sie so realistisch beschrieben werden. Sie sorgen dafür, dass man bis zum Ende mitfiebert, ob Svea und Nick sie in den Griff bekommen und zusammen glücklich werden können.

„Conni, 15 (Band 2) – Mein Sommer fast ohne Jungs“

Dagmar Hoßfeld
Carlsen Verlag

 

Sommer, Sonne, Ferien. Alles könnte so schön sein, findet Conni, wenn nicht ihr Freund Philipp gerade tausende von Kilometern entfernt in den USA wäre. Noch nie ist ihr ein Sommer so trostlos vorgekommen. Doch zum Glück gibt es da ja noch ihre Freundinnen und den Job als Eisverkäuferin, den sie sich gesucht hat. Das macht Spaß und vielleicht kann sie sich mit dem Geld einen Flug zu Philipp zusammensparen? Eines Tages taucht ein Junge am Eisstand auf, den Conni bis dahin noch nie gesehen hat. Er scheint nett zu sein, kommt jeden Tag her und sieht obendrein auch noch gut aus! Eigentlich sollte es -umgeben von so viel Eis – ganz leicht sein cool zu bleiben, doch das fällt Conni plötzlich ganz schön schwer…

Conni Klawitter dürfte jedem bekannt sein, der eine Tochter zuhause hat. Immerhin begleitet Conni die Kids seit Jahren vom Kindergarten bis zum Teenageralter. Inzwischen ist Conni fünfzehn Jahre alt und sieht dem Sommer wenig optimistisch entgegen. Wie soll es ein richtig schöner Sommer werden, wenn Freund Philipp unerreichbar weit weg ist? Man kann sich gut in sie hineinversetzen und so tut sie einem anfangs ganz schön leid.
Doch Conni wäre nicht Conni, wenn sie sich davon unterkriegen lassen würde. Natürlich hat sie ihre Sehnsuchtsmomente und Durchhänger, aber da sind ja auch noch ihre Freundinnen mit denen man ebenfalls richtig viel Spaß haben kann. Partys, Treffen am See, baden und ab und zu Shoppen, richtige Langeweile kommt da nie auf. Und es geht so sommerlich dabei zu, dass die Sonne einem quasi zwischen den Seiten hervor ins Gesicht scheint. Da bekommt man richtig Lust, selbst auch solch einen Sommer zu erleben.
So richtig Schwung kommt aber erst mit Finn in die Geschichte. Finn taucht eines Tages am Eisstand auf, in dem Conni jobbt. Er sieht gut aus, scheint ganz nett zu sein und kommt jeden Tag her um sich ein Eis zu holen. Er scheint an Conni interessiert zu sein und auch Conni muss zugeben, dass Finn sie ganz schön durcheinander bringt. Aber wie kann das sein? Sie ist doch in Philipp verliebt, ganz sicher! Was soll sie denn jetzt machen?
Eine völlig neue Herausforderung für Conni, die sie auf bewährte Art und Weise meistert. Sie macht sich Gedanken über Philipp, Finn und auch sich selber. Sie spricht mit ihren Freundinnen, die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und auch wenn sie manchmal das Gefühl hat, in Liebesdingen überhaupt nicht mehr durchzusteigen, findet sie schließlich den für sie richtigen Weg. Auch wenn er manchmal holprig ist. Aber so ist das seit je her in den Conni-Geschichten: immer schön nahe an der Realität der jungen Leserinnen, sodass diese sich eine Menge aus den Geschichten mitnehmen können. Ihren Humor verliert Conni auch in diesem Abenteuer nicht und so gibt es einmal mehr eine Menge zu lachen. Aber ein Taschentuch sollte ebenfalls in Reichweite liegen. Speziell ein Gespräch mit Philipp gegen Ende kann zu Tränen rühren.

Eine wunderschöne und sommerliche neue Geschichte um Conni und ihre Freunde. Das mit den Jungs und der Liebe ist manchmal gar nicht so einfach, und so darf man bis zum Ende hin gespannt sein, ob und wie Conni dieses Problem meistert. Und nicht zum Ende vorblättern, so schwer es auch fällt!

 

Sandra liest am liebsten Jugendbücher oder Krimis und Thriller und schreibt in ihrem Blog “Die Leserattz” spannende Rezensionen, die die Lust am Lesen wecken.

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