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Die neuen Superfoods: Heilpflanzen aus uralter Tradition

Schon mal Camu-Camu, Kelp oder Teff gehört? Wir verraten dir, welches die neuen Superfoods sind!
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Die Art, wie der Mensch sich ernährt, trägt entscheidend zu seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden bei. Das ist eine Binsenweisheit. Im Zeitalter von Übergewicht und Zivilisationskrankheiten versuchen viele Menschen, Fette und Kohlenhydrate zu reduzieren und ihre Ernährung auf viel frisches Obst und Gemüse umzustellen. Dabei geraten bestimmte Nahrungsmittel in den Fokus, die erwiesenermaßen besonders viele gesunde Inhaltsstoffe besitzen. Superfoods werden sie auch genannt. Ihre Liste ist lang und besteht zum Teil aus Gemüsen und Obst, die schon lange auf unserem Speiseplan stehen. Dazu zählt der Grünkohl, der Brokkoli und seine Sprossen, die Heidelbeere und vieles mehr. Andere Lebensmittel begegnen dem Verbraucher seltener, und noch seltener landen sie in seiner Küche. Von manchen wie Freekeh, Camu-Camu oder Wu-Wei-Zi hat er vielleicht noch nie gehört. Es ist an der Zeit, die wichtigsten “exotischen” Vertreter der Superfoods vorzustellen. Denn sie haben es in sich.

Kraftwerke der Gesundheit: Camu-Camu, Moringa und Canihua

Superfoods besitzen eine ungewöhnlich hohe Konzentration an Nährstoffen wie Mineralien, Vitaminen, Spurenelementen und Antioxidantien. Sie stärken das Immunsystem, das Allgemeinbefinden – ja, sie wirken heilend. Die Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe scheint perfekt auf die menschlichen Bedürfnisse abgestimmt zu sein. Zum Beispiel die Camu-Camu. In Europa gehört Vitamin C zu den am besten erforschten Antioxidantien. Zitrusfrüchte sind hier als Vitamin-C-Lieferanten sehr beliebt. Die im Regenwald des Amazonas beheimatete Camu-Camu Frucht beinhaltet 50 mal mehr Vitamin C als eine Orange. Camu-Camu besitzt außerdem eine Konzentration sekundärer Pflanzenstoffe, die so in keiner anderen Frucht zu finden ist. Jede Camu-Camu Pflanze trägt ungefähr zwölf Kilo Früchte. Mittlerweile sind auch Plantagen geschaffen worden. Die Pflanze ist in Europa vor allem in Pulverform als Nahrungsergänzungsmittel bekannt.

 

In Indien, auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika ist der Moringa-Baum verbreitet, auch Wunderbaum genannt. Diesen Titel verdankt er der Nährstoffkonzentration seiner Früchte. Von der Moringa werden die Samen, Schoten, Blätter und Wurzeln verarbeitet. Moringa beinhaltet Vitamine, Mineralstoffe und essentielle Aminosäure in großer Bandbreite und in hohen Dosen. Wie die Camu-Camu wird auch die Moringa als Nahrungsergänzungsmittel in Pulver- oder Kapselform gereicht.

 

Anders als Moringa ist Canihua keine Baumfrucht, sondern ein Getreide – besser gesagt: ein Pseudo-Getreide – denn Canihua stellt die Samen eines südamerikanischen Gänsefußgewächses dar. Diese Canihua-Samen werden geröstet oder zu Mehl vermahlen. Geröstete Canihua-Samen schmecken nussig und nach Schokolade – ein leckerer Begleiter zu Joghurt und Müsli. Und gesund: Canihua strotzt vor Ballaststoffen und wird in Peru traditionell zur Heilung von bakteriellen Darm-Infektionen eingesetzt.

Teepulver, Teepilze und nahrhafte Würzpasten: gesundes Asien

Matcha ist ein zu feinstem Pulver gemahlener Grüner Tee. Guter Matcha ist an seiner leuchtend grünen Farbe und an seinem zarten, duftigen Geschmack zu erkennen. Matcha gilt als gesunder Wachmacher, denn er besitzt verträglich eingebundene Koffeine. Außerdem ist Matcha reich an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen. Hier ein Matcha-Rezept:

  • 100 ml frisches Wasser
  • 2 – 4 TL Matcha
  • 2 – 3 TL Kokosraspeln
  • ein paar Mandeln
  • eine halbe Bio-Zitrone

Für 20 bis 30 Sekunden alle Zutaten bei hoher Umdrehung in den Mixer geben. Fertig ist ein wunderbar erfrischender, belebender, pistaziengrüner Matcha-Smoothie.

 

Auch beim Kombucha handelt es sich um ein Teegetränk. Zur Herstellung von Kombucha braucht es einen kräftig mit Zucker gesüßten Schwarz- oder Grüntee. Nun kommt der Kombucha-Pilz hinzu. Er lässt den Tee innerhalb weniger Tage einen Gär- und Fermentierungsprozess durchlaufen, an dessen Ende das fertige Kombucha-Getränk steht – dieser Power-Drink ist dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe den neuen Superfoods hinzuzurechnen. Kombucha enthält organische, basisch wirkende Säuren, neun verschiedene Vitamine, Eisen, Magnesium und vieles mehr.

 

Miso ist eine japanische Würzpaste, die bereits im chinesischen Kaiserreich fester Bestand des Speiseplans gewesen sein soll. Miso wird aus gedämpften Sojabohnen hergestellt, die je nach Sorte zusammen mit gedämpftem Reis oder gedämpfter Gerste vergoren werden. Die Gärung des Miso wird durch den Schimmelpilz Koji ausgelöst. Miso ist ein wahres Kraftpaket voller Eiweiße, Enzyme, Vitamine und Lecithin. Weltberühmt ist die Misosuppe. Sie beinhaltet

  • 50 g Shitake-Pilze
  • halbe Paprika
  • 50 g Zuckerschoten
  • 100 g Tofu
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 1 EL Wakame-Algen
  • 5 EL Miso rot

Die Wiederentdeckung uralter Gewürze und Heilpflanzen: Sumach und Ysop

Die Welt der Gewürze ist riesig und dem Europäer längst noch nicht erschlossen. Sumach ist eines dieser wenig bekannten Gewürze. In der Türkei darf der Sumach auf keinem Tisch fehlen. Sumach wird aus dem Färberbaum (Gerber-Sumach) gewonnen. Diese Bäume wachsen vor allem in Vorder- und Zentralasien. Während die Blätter zum Gerben und Haarefärben verwendet wurden und die Rinde zum Färben, nutzt die Küche noch heute die tief violetten, gemahlenen Sumach-Steinfrüchte. Ihr feinsäuerliches Aroma fördert die Verdauung und verleiht den Speisen eine schöne Farbe. Sumach harmoniert bestens mit

  • Sesam
  • Knoblauch
  • Petersilie
  • Koriander

 

Ysop zierte als Küchen- und Heilkraut die Gärten der Klöster – ja, er fand schon im Alten Testament Erwähnung. Höchste Zeit, sich auf den Ysop zurück zu besinnen, denn er überzeugt durch Geschmack und Gesundheit. Sehr würzig und angenehm bitter, sind in ihm Anklänge von Rosmarin, Minze und Salbei zu finden. Als Essensbegleiter leistet Ysop sehr viel Gutes: er wirkt verdauungsfördernd, entzündungshemmend, blutreinigend und harntreibend. Besonders bei Atemwegsbeschwerden hat sich Ysop bewährt. Sogar antibiotische Wirkung ist ihm nachgewiesen worden. Hier ein Linsensalat mit Ysop:

  • 500 g Linsen gekocht
  • 1 rote und 1 weiße Zwiebel
  • 100 g Champignons
  • eine Handvoll Petersilie und eine Handvoll Ysop
  • Öl und Essig

Maca und Lucuma: Die Kraftquellen der Inkas

Die südamerikanischen Inka haben sich ihr beschwerliches Leben in der dünnen Bergluft mit vielen Superfoods erträglich gemacht. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Wunderknolle Maca. Maca konzentriert in sich Kräfte, die auch den zivilisationsgestressten Menschen des 21. Jahrhunderts zugutekommen. Maca gilt als natürliches Aphrodisiakum und Potenzmittel. Es soll die Fruchtbarkeit der Frau erhöhen und bei Wechseljahrbeschwerden helfen. Die auf 4000 Metern Höhe in den Anden wachsende Maca-Pflanze ist ein Kressegewächs. Dank des Nährstoffkraftwerks ihrer Knolle kann sie unwirtlichsten Klimabedingungen widerstehen. Maca verhilft Sportlern zur Leistungssteigerung und Kopfarbeitern zu mehr Konzentration. Auch gegen Rheuma und Atemwegsbeschwerden wird Maca in Peru traditionell angewandt. Die Knolle wird geröstet, getrocknet und zu Pulver zermahlen. Maca-Pulver in heißer Milch oder Wasser aufgelöst ergibt ein nahrhaftes, kakaoartiges Getränk.

 

Auch Lucuma entstammt den Anden. Es wird als Inka-Gold bezeichnet. Die Frucht wächst auf dem Lucuma-Baum, ist innen goldgelb, außen grün und in Europa noch selten frisch anzutreffen. Als Lucuma-Pulver kann die Frucht eine gesunde und nährstoffreiche Alternative zu Zucker darstellen. Reich an Mineralien, natürlichen Cholesterinsenkern und Beta-Carotin, sorgt Lucuma für eine gute Verdauung und eine gesunde Haut. Lucuma- Eiscreme ist der Renner in Peru:

  • 4 gefrorene Bananen
  • 1 frische Banane
  • 2 EL Cashewmus
  • 4 EL Lucuma-Pulver
  • 1 Prise Salz

Zwerghirse und Unterwasserpflanze: Teff und Kelp

Teff ist eine Getreideart und wird auch Zwerghirse genannt. Teff ist das kleinste Getreide der Welt: 150 Körner Teff kommen auf die Größe eines Weizenkorns. Ursprungsland der Pflanze ist Äthiopien. Teff ist sehr mineralstoffreich und überaus gut verdaulich. Bei Übersäuerung und Magen-Darmproblemen ist es das Getreide der Wahl für eine verträgliche Schonkost. Reich an Eisen, kann Teff gegen Eisenmangelerscheinungen und Müdigkeit eingesetzt werden. Teff unterstützt die Regeneration der Haut und Schleimhaut. In der Küche wird das Zwerggetreide in Fladen, Aufläufen, Cremes, Bratlingen, Gebäck, Saucen und vielem mehr verwendet.

 

Es gibt Pflanzen, denen man beim Wachsen zusehen kann. Dazu zählt auf jeden Fall Kelp, eine Pazifik-Alge. Kelp wird bis zu 60 Meter lang und kann pro Tag um einen halben Meter zulegen. Mineralstoffe, Spurenelemente, Algensäure, wichtige Vitamine und ein hoher Jodgehalt machen Kelp zu einer gesunden Nahrungsquelle für Nerven, Rückenmark, Hirngewebe, Schilddrüse und Arterien des Menschen. Kelp wird in Tabletten oder als Pulver gereicht. Inzwischen gibt es auch Kelp-Nudeln, die wie herkömmliche Pasta gekocht werden können. Dazu schmeckt:

  • Vinaigrette
  • Pilzsauce
  • Tomatensauce
  • Pesto

Freekeh und Wu-Wei-Zi: traditionelle heilende Nahrungsmittel

So wie Grünkern der unreif geerntete Dinkel ist, steht der Name Freekeh für das grüne Weizenkorn. Im Mittleren Osten ist Freekeh schon seit 4000 Jahren bekannt. Nach der Ernte werden die Freekeh-Körner geröstet. Das verleiht dem Superfood das typische Aroma und die Haltbarkeit. Freekeh enthält viermal mehr Proteine und Ballaststoffe als Reis. Damit ist es nicht nur äußerst gesund, sondern sorgt für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl. Freekeh kann als Beilage gegessen, als Salatgrundlage verwendet oder auch im Brot verbacken werden.

 

Wu-Wei-Zi ist eine in China beheimatete Pflanze. Ihre Früchte werden auch Schissandrabeeren genannt. Diese Wu-Wei-Zi-Früchte werden getrocknet und dann gekaut. Die Chinesische Medizin empfiehlt eine Dosis von 5 Gramm pro Tag über einen Zeitraum von 100 Tagen. Der ungewöhnliche Geschmack der Beeren hat Wu-Wei-Zi zu seinem Namen verholfen. Wu-Wei-Zi bedeutet “Die Beere der fünf Geschmäcker”:

  • süß
  • sauer
  • salzig
  • bitter
  • scharf

Diese Geschmacksrichtungen entsprechen den fünf traditionellen chinesischen Elementen. Wu-Wei-Zi beinhaltet Schizandin, Mineralstoffe, Vitamine und ätherische Öle. Nachgewiesenermaßen wirkt Wu-Wei-Zi leberstärkend und -heilend. Es hilft bei Atemwegsbeschwerden, Entzündungen, Depressionen, Schlaflosigkeit und stärkt die Libido. Hier eine Kaltschale mit Wu-Wei-Zi-Beeren:

  • 50 g getrocknete Beeren mit
  • 240 ml abgekochtem, abgekühltem Wasser übergießen
  • nach 24 Stunden durch ein Tuch geben und die Beeren ausdrücken
  • 2 Liter frisches Wasser dazu
  • evtl. zuckern.
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