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Energieeffizienzklassen

Energieeffizienzklassen: Was genau sagen sie aus und was sollte man beim Kauf beachten? Hilfreiche Tipps zum Sparen gibts hier
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Wer möchte nicht ein sparsames und zugleich effizientes Gerät in seinem Haushalt einsetzen? Energielabel tummeln sich mittlerweile auf den meisten elektronischen Großgeräten und geben Auskunft über den Energieverbrauch. Aber können sich die Verbraucher wirklich auf die Werte der Gerätehersteller verlassen oder wird hier mit Tricks gearbeitet? Wir weisen auf einige Bereiche hin, bei denen der Käufer besser genau hinsehen sollte.

Waschmaschinen und lange Laufzeiten

Besonders Großgeräte wie Waschmaschinen verbrauchen viel Energie – am meisten, um das Wasser auf die entsprechende Temperatur zu erhitzen. Da die Geräte allerdings nur eine bestimmte Menge an Strom für einen Waschgang verbrauchen dürfen, um die höchste Energieeffizienzklasse A+++ zu erreichen, haben sich manche Hersteller etwas einfallen lassen: Anstatt die Wäsche wirklich bei etwa 60 Grad zu waschen, wie bei der Programmwahl angegeben, wird das Wasser weniger stark erhitzt. Stattdessen verlängert die Maschine einfach die Dauer des gesamten Waschganges. So kann es vorkommen, dass ein Waschprogramm nur mit 45 bis 50 Grad wäscht, aber dafür über drei Stunden dauert. Auf diese Weise soll die gleiche Reinigungswirkung erzielt werden, bei gleichzeitig reduziertem Stromverbrauch.

Generell sollte man beim Kauf darauf achten, mit welchem Programm die Energieeffizienzklasse ermittelt wurde. Auf jeden Fall kann man davon ausgehen, dass der Stromverbrauch bei höheren Temperaturen ansteigt und nicht mehr den Wert des Zertifikates erreicht. Eine ähnliche Problematik findet man bei Wäschetrocknern. Auch hier werden umwelt- und wäscheschonende Programme empfohlen. Dabei wird allerdings zum Teil die Trockendauer massiv erhöht, weil die Trockentemperatur heruntergesetzt wurde. Zudem benötigen Trockner in speziellen Trockenprogrammen mehr Energie als im Standard-Programm, das in der Regel für die Festlegung des Energielabels verwendet wird.

Daher empfiehlt sich beim Kauf einer neuen Waschmaschine oder eines Wäschetrockners nicht nur auf die groß angebrachten Buchstaben des Labels zu achten. Vielmehr sollte man ebenso auf die harten Zahlen – also die vom Hersteller angegebenen Verbrauchszahlen – achten und diese miteinander vergleichen. Vielfach finden sich diese Angaben im Internet, wenn der Nutzer gezielt nach dem jeweiligen Modell sucht.

Großer Fernseher, dunkler Bildschirm

Den wenigsten Verbrauchern dürfte aufgefallen sein, dass seit 2010 – also dem Jahr, in dem für Fernseher ein verpflichtendes Energielabel eingeführt wurde – einige Hersteller Stück für Stück die Helligkeit ihrer Fernseher in den Werkseinstellungen reduziert haben. Der Grund dafür liegt vermutlich darin, dass der Stromverbrauch eines Fernsehers mehr mit der Helligkeit als mit der Größe des Displays zu tun hat. Zwar verbraucht ein Fernseher mit einem 40 Zoll großen Display tendenziell etwas mehr Energie als ein Bildschirm mit 32 Zoll. Wesentlich entscheidender ist jedoch, mit welcher Helligkeit der Fernseher betrieben wird.

Für die Zertifizierung nach dem EU-Energie-Label muss eine Messung der Leistungsaufnahme erfolgen, bei der die Helligkeit des Displays mindestens 65 Prozent der maximalen Helligkeit betragen muss. Der Clou an der Sache: Die EU-Richtlinie legt einerseits fest, dass die Messung im so genannten „Zuhause-Modus“ erfolgen muss, regelt andererseits aber nicht, wie hoch die Helligkeit maximal sein muss oder sein darf. Dies festzulegen, liegt weiterhin ganz in den Händen der Hersteller.

Wenn der Fernseher schließlich in den eigenen vier Wänden betrieben wird, kommt es oftmals vor, dass die Helligkeit gegenüber dem Zuhause-Modus erhöht werden muss, um unter den gegebenen Lichtverhältnissen ein gutes Bild zu erhalten. Zudem erhöhen weitere Technologien wie etwa automatische Helligkeitsregelungen für Tageslicht oder die Wiedergabe von 3D-Inhalten den Stromverbrauch. Gerade im 3D-Modus kann ein Fernseher bis zu einem Drittel mehr Strom benötigen als im normalen Modus. Ausgerechnet dieser stromhungrige Modus wird aber in die Messungen für die Zuweisung des Energielabels in keiner Form einbezogen.
Wer sich also für einen neuen Fernseher entscheiden möchte, sollte den Gang zum Elektronikhändler nicht scheuen, um sich vor Ort einen Eindruck von den verschiedenen Helligkeitseinstellungen machen. Ebenfalls hilfreich sind Testberichte von unabhängigen Instituten oder Fachzeitschriften. Diese messen die tatsächlichen Verbrauchswerte in unterschiedlichen Situationen und verlassen sich nicht auf die Herstellerangaben.

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Bildmaterial: Initiative EnergieEffizienz / dena

 

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