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Ist Milch wirklich gesund?

Kuhmilch macht stark – doch wie gesund ist sie wirklich? Wir klären auf und zeigen, dass pflanzliche Milch eine Alternative sein kann.
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Marktjagd-Experte Peter erötert seine Sicht in Bezug auf den Gesundheitswert von Milch:

 

Die meisten kennen den Slogan: „Die Milch macht’s“. Die Frage dabei ist: Was macht sie denn, die Milch? Schenkt sie uns, wie oft behauptet wird, Gesundheit, oder macht sie uns gar krank?
Der grundlegende Fehler, den viele Menschen oftmals begehen ist der, dass sie aus den falschen Motiven Lebensmittel konsumieren. Das falsche Motiv bei Kuhmilch wäre z. B., dass man Kuhmilch trinkt, um gesund zu leben und vor allem Kalzium zu sich zu nehmen.

Der Fehler dabei ist: Da sämtliche Tierprodukte sauer (im Sinne von sauer und basisch) sind und dem Körper mehr Kalzium entziehen, als z.B. die Kuhmilch dem Körper theoretisch geben könnte, ist das Motiv – “ich trinke Kuhmilch, um mich mit Kalzium zu versorgen und gesund zu leben“ – ein falsches. Die Tatsache, dass Kuhmilch eher krank als gesund macht, ist nicht neu sondern schon seit den 60iger Jahren bekannt. Erst kürzlich wurde von der Harvard University darüber ein Artikel veröffentlicht.

Und Kuhmilch ist nicht nur wegen ihrer Zusammensetzung für den Menschen ungesund, sondern auch wegen der Art und Weise, wie die Kuhmilch vom Euter der Kuh in unser Glas gelangt. Denn die Natur hat sich etwas dabei gedacht, dass die Muttermilch direkt von der Brust in den Mund des Babys oder die Kuhmilch von dem Euter ins Maul des Kalbs gelangen soll. Da nämlich Milch sofort oxidiert, wenn sie mit Luft in Berührung kommt, ist es von der Natur so eingerichtet, dass man gleich an der „Zapfstelle“ die Milch konsumieren kann bzw. soll, um der Oxidation vorzubeugen. Die Brust oder das Euter stellen eine perfekte sterile und sichere „Verpackung“ der Milch dar.

Was ist Oxidation?

Oxidation kennt man beispielsweise von einem Apfel, den man aufschneidet oder einen Bissen abbeißt und liegen lässt. Sofort wird der Apfel an den Bissstellen oder Schnittflächen braun, weil diese an der Luft oxidieren. Bleibt ein Apfel 2 Tage angeschnitten liegen, würde den braun gewordenen Apfel kaum jemand essen wollen. Blätter, die vom Baum fallen, fangen schließlich auch an zu verwelken, weil es die Natur so vorgesehen hat.

Und die Kuhmilchproduktion?

Die Kuhmilch wird am Euter der Kuh abgesaugt, umgefüllt, mehrmals durch Rohrsysteme gepresst und dadurch in ihrer Struktur so verändert, dass sie mit der eigentlichen Milch aus dem Euter nicht mehr viel gemeinsam hat. Danach wird diese Kuhmilch auch noch mehrmals erhitzt und pasteurisiert usw., um sie länger haltbar zu machen. Das macht aus einem für das Kalb gesunden, lebendigen Lebensmittel ein totes, bakteriell belastetes und strukturell verändertes Fettgetränk für den Menschen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kuhmilch durch Oxidation braun wie ein Apfel wird oder nicht.

Ein Gedankenspiel: Warum empfinden die meisten Menschen die Vorstellung, dass ein erwachsener Mensch an der Brust seiner Mutter Muttermilch saugt, unangenehm und die Tatsache, dass erwachsene Menschen die Milch einer fremden Art trinken normal? Weisheit: „Auch wenn 99% der Menschen etwas Falsches tun, bleibt es trotzdem falsch.“

Wer meint, Kuhmilch trage zur gesunden Ernährung bei, ist auf dem Holzweg. Der Milchkonsum ist auf Gewohnheit, Geschmack und natürlich auf Werbung zurückzuführen. Nur sollte dies nicht unser Anspruch sein. Eigenverantwortung und Moral sind hier gefragt. Das gilt übrigens für fast alle Produkte, die beworben werden.

Die Vorteile pflanzlicher Milch

Wer aber nun gern Milch trinkt oder zum Backen und Kochen Milch und Sahne verwenden möchte, der kann beruhigt sein. Es gibt unzählige Ersatzprodukte, auf die man zurückgreifen kann. So z. B. Mandelmilch, Haselnussmilch, Hafermilch, Sojamilch, Cashewmilch oder Reismilch.

Tipp: Mandelmilch

Mandeln in Rohkostqualität selber frisch verarbeiten: Mandeln fördern die Gesundheit mit Mineralstoffen wie Magnesium (Herz-Kreislauf), Kalzium (Knochen), Kalium (Verdauung, Blutdruck), B-Vitamine (Nerven), Eisen (Vitalität) und Vitamin E (hält jung). Außerdem sind Mandeln als einzige Nussart basisch, was für eine gesunde Ernährung wichtig ist, hemmen zudem den Appetit und unterstützen beim Abnehmen. Noch dazu kann man sie ganz einfach und schnell selbst zubereiten.

US-Forscher im Fachblatt „American Journal of Clinical Nutrition“ gaben bekannt, dass 100g Mandeln nicht mit 170 Kalorien, sondern nur mit 129 Kalorien pro 100g zu Buche schlagen. Trotz des Kaloriengehaltes von Mandeln sollte man wissen, dass Mandeln (gerade bei selbst gemachter Mandelmilch) nicht vollständig verdaut werden, da sie a) ohne Trester (Rückstände) verzehrt werden und b) die Kalorien von lebendigen Lebensmitteln nicht mit Kalorien von toten Lebensmitteln (alles was verarbeitet, gekocht oder gebacken ist (Kekse, Chips etc.) verglichen werden können. Wer also gerne Milch trinkt, muss nicht darauf verzichten. Mandelmilch schmeckt fantastisch und ist außerdem wirklich gesund. Dann hat man das Milchtrinken mit der richtigen Motivation in Einklang gebracht.

 

Peter Nehlsen bloggt seit ca. 2,5 Jahren auf Die Umsteiger, der mit mittlerweile über 70.000 Seitenaufrufen pro Monat zu einem der beliebtesten Blogs in seiner Kategorie gehört.

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