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Lebensmittelskandale in Deutschland – Von Pferdefleisch und EHEC

Übersicht der wichtigsten Lebensmittelskandale in Deutschland. Hier du alles über Skandale wie EHEC, BSE oder Gammelfleisch
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Verseuchtes Tierfutter und Gammelfleisch, Pferdefleisch statt Rind und falsch deklarierte Bio-Eier – ständig trifft ein neuer Lebensmittelskandal die Deutschen. So zumindest kommt es dem Verbraucher vor, der manchmal gar nicht mehr so recht weiß, was er eigentlich noch kaufen und essen kann, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Es ist gar nicht so einfach, sich gesund zu ernähren und bewusst einzukaufen. Oft ist es schwierig zu erkennen, für welche Produkte sich ganz klar Kaufempfehlungen aussprechen lassen und für welche nicht. Welches Lebensmittel als nächstes Schlagzeilen macht, weiß niemand im Voraus.

Doch welche Lebensmittelskandale haben Deutschland in den letzten Jahren eigentlich am meisten erschüttert? Hier gibt es die interessantesten Lebensmittelskandale der letzten Jahre zum Nachlesen.

2013 – Lebensmittelskandal um Pferdefleisch in Hackfleisch und Lasagne

Skandale um verunreinigte Lebensmittel traten in der letzten Zeit häufig auf und jüngst sorgten 50.000 Tonnen falsch deklariertes Rindfleisch aus Holland für Aufregung, die in Deutschland und anderen Ländern Europas verkauft wurden. Denn in Hackbällchen, Fertiglasagne und Burgern wurde nicht nur das angegebene Rind sondern auch unkontrolliertes Pferdefleisch gefunden – eine Täuschung der Verbraucher und natürlich ein schockierender Lebensmittelskandal, der die Titelseiten füllte. Falsch deklariertes Fleisch war auch in der Vergangenheit nicht selten.

2013 – Eier-Skandal: Bio oder nicht Bio?

Kaum hatte sich der Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch im Hackfleisch einigermaßen gelegt, kommt der nächste Lebensmittelskandal an die Öffentlichkeit. Zahlreiche Hühnerhöfe werden verdächtigt, Eier bewusst als Bio zu deklarieren – obwohl die Haltung der Hühner in Massen kaum den Anforderungen der Bio-Siegel entspricht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Betrugs – doch “wahre” Bio-Bauern haben zu leiden, denn Verbrauchern bleibt der Zweifel: Bio oder Nicht?

2011 – EHEC-Erreger im Gemüse

Schon früher erregte der Darmkeim große Aufmerksamkeit. Es war jedoch einer der schlimmsten Lebensmittelskandale, der 2011 viele Wochen und Monate die Öffentlichkeit beschäftigte. Hier handelte es sich nicht um die bekannten Bakterien, sondern um eine viel aggressivere Art. EHEC sorgte für Angst und Schrecken, denn der Darminfektionen auslösende Erreger forderte viele Todesopfer. Die Suche nach der Quelle des Unheils gestaltete sich schwierig und so waren zuerst spanische Gurken, dann Tomaten, Salat oder auch Sprossen im Verdacht, bis der Schuldige schließlich gefunden wurde: Ägyptischer Bockshornklee.

2010 – Dioxin

Lebensmittelskandale, in denen Dioxin eine Rolle spielt, gab es in den letzten Jahren gleich mehrere. Sehr bekannt war der Skandal um mit Dioxin verseuchte Eier. Aber auch das 2010 kontaminierte Tierfutter hielt die Öffentlichkeit in Atem, weil Tonnen an verunreinigter Tiernahrung verkauft wurde. Tausende Schweine wurden wegen verseuchten Futters bereits 2003 infolge des bisher schlimmsten Dioxin-Skandals notgeschlachtet. Dioxin ist für den Konsumenten enorm schädlich, auch wenn sich die Auswirkungen nicht sofort zeigen. Das Gift reichert sich im Körper an und wird erst nach langer Zeit langsam abgebaut – sofern es nicht ständig neu aufgenommen wird.

2006 – Gammelnde Eier

Der Lebensmittelskandal um gammelnde Eier hielt die Verbraucher lange in Atem. 2006 wurde entdeckt, dass zahlreiche verschmutzte und verdorbene Eier an Hersteller von Nudeln und an Großbäckereien weiterverkauft wurden. Dieser Lebensmittelskandal hatte seinen Ursprung in Oberbayern und ging deutschlandweit lange durch die Medien.

2001 – Fatale Garnelen

Dieser Lebensmittelskandal brachte chinesische Züchtungen von Shrimps in Verruf, denn das Fischmehl aus Garnelen, die mit Antibiotika verseucht waren, wurde als Tierfutter verwendet und gefährdete so die Konsumenten. Obwohl in der EU keine Antibiotika in Lebensmitteln mehr erlaubt sind, so sieht die Gesetzgebung in Südostasien anders aus. Dieser Garnelenskandal war jedoch nicht der einzige Lebensmittelskandal um Zuchtgarnelen aus Asien.

1997 – Rinderwahnsinn und Gammelfleisch

Die ersten Lebensmittelskandale passierten nicht erst gestern. Schon in den 80ern und 90ern gab es Skandale um Fadenwürmer in Fisch oder Gammelfleisch im Supermarkt. Aber der wohl bekannteste Skandal der 90er Jahre war sicherlich der um die Rinderseuche BSE. Die Schlagworte BSE oder Rinderwahn lösen noch heute ein ungutes Gefühl aus, denn der Schock saß tief. Unzählige Tiere wurden notgeschlachtet, aber es wurde auch sonst gehandelt: Die „Hauptschuldigen“ Tiermehl und Tierfett, die an die Tiere verfüttert wurden, wurden 2001 in ganz Europa verboten.

Was kann man als Verbraucher tun?

Obwohl Lebensmittelskandale grundsätzlich alle Lebensmittel treffen können, so lassen sich gewisse Tendenzen erkennen. Besonders häufig ist Fleisch betroffen – egal ob es sich hierbei um reines Fleisch handelt oder aber um Fertigprodukte, in denen Fleisch enthalten ist. Generell trifft es häufiger tierische als rein pflanzliche Produkte. Der Konsument kann sich eigentlich nur schützen, indem er beim Thema Ernährung nicht nur auf das Geld, sondern vor allem auch auf Qualität achtet. Es gibt kein Patentrezept, Lebensmittelskandale auf ewig vom eigenen Teller fernzuhalten. Aber Stichworte, wie regional, Bioqualität, ohne Zusatzstoffe, frisch anstatt fix und fertig oder umweltbewusst einkaufen helfen den Verbrauchern dabei, sich gesund und gut zu ernähren. Auch die Verbraucherzentrale informiert auf ihrer Internetseite stets über aktuelle Unklarheiten und Kennzeichnungen der Lebensmittel. Doch Lebensmittelskandale schädigen nicht nur das Vertrauen der Verbraucher in die Hersteller, auch die Wirtschaft wird dadurch nachhaltig geschwächt.

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