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Mietrecht – was ist erlaubt und was nicht?

Beim Mietrecht gibt es einige gesetzliche Vorschriften für Mieter und Vermieter - was es zu beachten gibt, erfährt man hier.
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Nicht selten kommt es vor, dass man sich in Bezug auf seine Mietwohnung fragt, ob gewisse Sachen erlaubt sind oder nicht. Als erste Hilfsmittel bei Fragen wie „Darf ich auf dem Balkon grillen?“ oder „Darf ich mir einen Untermieter nehmen?“ gelten natürlich der Mietvertrag und die Hausordnung, doch wenn dort nichts festgelegt ist, wo guckt man dann? Wir haben die wichtigsten Fragen in Bezug auf das Mietrecht zusammengefasst und erläutern die rechtlichen Grundsätze.

 

Was gelten für Vorschriften in Bezug auf die Mietkaution? > Die Mietkaution ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber bei den meisten Vermietungen üblich. Sie wird verlangt, um nach dem Auszug eventuelle Schäden zu reparieren, die durch den Mieter entstanden sind. Maximale Höhe sind drei Monatsmieten, wobei diese vom Vermieter auf einem separaten Konto angelegt werden müssen und dann auch inklusive der angefallenen Zinsen spätestens nach sechs Monaten nach Ende des Mietverhältnisses ausbezahlt werden müssen.

 

Darf ich eine Mietminderung fordern, wenn die Größe der Wohnung falsch im Mietvertrag angegeben ist? > Im Mietrecht ist geregelt, dass eine Abweichung der Quadratmeterzahl von bis zu 10% der Wohnungsgröße hingenommen werden muss. Ist die Abweichung größer, darf man die Miete mindern. Daher gilt: am besten schon bei der Besichtigung ausmessen.

 

Darf der Vermieter Haustiere verbieten? > Wenn im Mietvertrag ausdrücklich drin steht, das Haustiere verboten sind, gilt dies vor allem für Tiere wie Katzen und Hunde. Kleintiere, wie Fische und Hamster, fallen nicht unter diese Regelung und müssen geduldet werden.

 

Darf der Vermieter einen Zweitschlüssel zu der Wohnung behalten? > Nein, es besteht kein Anspruch des Vermieters einen Zweitschlüssel zu behalten. Sollte der Mieter jedoch für längere Zeit in den Urlaub fahren, ist es ratsam, den Vermieter darüber zu informieren, wo ein Zweitschlüssel hinterlegt ist, für den Fall eines Rohrbruchs o.ä.

 

Was gilt als Ruhestörung? > Grundsätzlich sollte stets die Nachtruhe eingehalten werden, das heißt ab 22 Uhr keine Partys mehr im Freien, Waschmaschinen oder andere laute Haushaltsgeräte nicht mehr benutzen und die Zimmerlautstärke auf ein erträgliches Maß reduzieren. Sollten sich Nachbarn dennoch durch Ruhestörungen beeinträchtigt fühlen und daraufhin ihre Miete kürzen, muss der Verursacher diese Differenz aus eigener Tasche bezahlen.

 

Darf ich meine Miete mindern, wenn in unmittelbarer Umgebung meiner Mietwohnung eine Baustelle ist, die Lärm und Schmutz verursacht? > Laut Mietrecht gilt: sobald man sich in seiner Wohnqualität beeinträchtigt fühlt, darf man die Miete kürzen – egal ob der Vermieter einen Einfluss auf die Baustelle hat oder nicht.

 

Darf ich auf meinem Balkon grillen? > Grundsätzlich hat der Vermieter das Recht das Grillen (sowohl mit einem Kohlegrill, als auch mit einem Elektrogrill) auf dem eigenen Balkon zu untersagen – dies würde dann im Mietvertrag oder in der Hausordnung festgehalten worden sein. Ist dort nichts vermerkt, sollte man sich zumindest mit seinen Nachbarn abstimmen.

 

Darf ich mir einen Untermieter nehmen? > Hier stellt sich die Frage, ob die Wohnung komplett oder nur teilweise untervermietet werden soll. Wenn der Untermieter die Wohnung komplett übernehmen soll, so muss dies vom Vermieter erlaubt werden. Bei einer teilweisen Untervermietung, weil eventuell der Partner ausgezogen ist und man sich die Wohnung allein nicht mehr leisten kann, so muss der Vermieter nicht  um Erlaubnis gefragt werden. Zu beachten: ein neuer Partner gilt nicht als Untermieter und muss daher vom Vermieter geduldet werden.

 

Darf ich Schuhe und Regenschirm im Hausflur abstellen? > Schuhe, Regenschirme und Regale stellen eine mögliche Brandquelle dar und dürfen aus diesem Grund, laut Mietrecht, nicht im Hausflur aufbewahrt werden.

 

Wer muss für Reparaturen  aufkommen? > Laut Mietrecht muss der Vermieter auch für kleinere Reparaturen aufkommen, außer im Mietvertrag gibt es eine Klausel, die eine Selbstbeteiligung des Mieters festlegt.

 

Darf der Vermieter alle Nebenkosten auf die Mieter umlegen? > Nebenkosten wie Müllentsorgung und Hausbeleuchtung können auf die Mieter umgelegt werden, nicht jedoch Instandhaltungskosten – diese müssen vom Vermieter allein getragen werden.

 

Was gibt es für Beschränkungen für Mieterhöhungen? > Der Vermieter darf die Miete innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 20 % anheben und darf dabei nicht die ortsübliche Vergleichsmiete (Mietspiegel) überschreiten.

 

Muss ich bei Kündigung wegen Eigenbedarf immer ausziehen? > Bei begründetem Bedarf, wie z.B. dass man zu alt zum Umziehen ist oder Kinder hat, die an die Umgebung gewohnt sind, wird meist ein gerichtlicher Beschluss entscheiden, wer das größere Interesse an der Wohnung hat.

 

Ich habe meine Mietzahlung vergessen, darf ich jetzt gekündigt werden? > Wenn man als Mieter seine Miete zwei Monate hintereinander nicht zahlt, kann der Vermieter fristlos kündigen – werden dann jedoch die offenen Forderungen umgehend beglichen, ist die Kündigung oft wiederrufen. Sollte man nicht sofort bezahlen, ist ein Auszug umgehend erforderlich.

 

Wann darf ich meine Wohnung fristlos kündigen? > Eine fristlose Kündigung durch den Mieter ist nur aus einem triftigen Grund möglich, dies kann zum Beispiel eine gesundheitliche Gefährdung durch Schimmel sein. Wenn dies nicht vorliegt, darf nur ordentlich gekündigt werden, das heißt es muss die Kündigungsfrist eingehalten werden. Wenn diese gekürzt werden soll, kann es helfen potentielle Nachmieter vorzuschlagen, die jedoch vom Vermieter anerkannt werden müssen – man muss also auf dessen Kulanz hoffen.

 

Alle Angaben ohne Gewähr.

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