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Mit dem Fahrrad immer sicher unterwegs

Fahrradhelm, Beleuchtung, Fahrradschloss, Kindersitz und Pflege - hier findest du Tipps und Infos zur Sicherheit mit deinem Fahrrad!
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Vor dem Fahrradkauf fragt man sich „Welches Fahrrad passt zu mir?“, aber auch nach dem Kauf hören die Fragen nicht auf: Braucht man zwingend einen Fahrradhelm? Welche Fahrradbeleuchtung ist am besten geeignet? Wie kann man Kinder am einfachsten mit dem Fahrrad transportieren? Welches Fahrradschloss ist am sichersten? Und wie oft muss ich mein Fahrrad durchchecken lassen? – All diese Fragen klären wir hier.

Streitthema Fahrradhelm – tragen oder nicht?

Der Fahrradhelm ist immer wieder Gegenstand heftiger Diskussionen. Gegner geben zu bedenken, dass der Fahrradhelm

  • eine trügerische Sicherheit gibt,
  • riskantere Fahrmanöver begünstigt, wie dichtere Überholvorgänge von Kraftfahrzeugen,
  • in Handhabung und Größe oft falsch gewählt wird,
  • andere Verletzungen im Kopf-, Gesichts- und Kieferbereich verursachen kann,
  • die Sichtbarkeit des Radfahrers nicht erhöht,
  • für die Durchschnittsgeschwindigkeit von Radfahrern (20 km/h) ausgelegt ist, aber nicht auf den Zusammenprall mit einem schnelleren Kraftfahrzeug.

 

Für den Fahrradhelm sprechen, dass:

  • die Nutzerzahl steigt,
  • fast jeder zweite Radunfall mit einer Kopfverletzung einhergeht,
  • Risiko und Schwere von Kopfverletzungen minimiert werden,
  • bereits eine Helmpflicht für Polizeibeamte und bei einigen Radsportveranstaltungen besteht.

 

Jeder sollte daher dem eigenen Sicherheitsbedürfnis entsprechend, risiko- und situationsabhängig beziehungsweise nach gültiger Gesetzeslage entscheiden, ob er einen Fahrradhelm trägt.

Die Fahrradbeleuchtung – Sicherheit und Sichtbarkeit

Paragraph 67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung regelt die lichttechnischen Einrichtungen, die man auch hier nachlesen kann. 2013 wurde die Dynamopflicht aufgehoben, womit als Energiequelle auch Akkus und Batterien mit einer Mindestnennspannung von sechs Volt (was bisher nicht alle erfüllen) erlaubt sind.

Vor- und Nachteile der Energiequellen

Seitenläuferdynamos werden an den Reifen geklemmt und über einen direkten Reifenmantelkontakt betrieben, verschmutzen aber leicht und sind schnell überbelastet. Wartungsarme Nabendynamos hingegen befinden sich innerhalb der Radnabe und können mehr als 40 Volt Strom erzeugen, benötigen aber spezielle Leuchtmittel. Batterie- und Akku-Fahrradleuchten werden kabelfrei angehängt, neigen aber zum schnellen Entladen. Tipp: Während Stand- und Parkzeiten Energiequelle entnehmen und Ersatz mitnehmen.

Energiesparende und langlebige LEDs lösen zunehmend die klassischen Leuchtmittel ab, wobei mindestens zehn Lux vorgeschrieben, bei Dunkelheit und in Wäldern ab 30 Lux empfehlenswert sind. Einige Dynamoleuchten verfügen über einen automatischen Dämmerungsschalter, andere über eine Standlichtfunktion (integrierter Akku im Fahrradlicht), was die Sichtbarkeit an Ampeln und bei Straßenüberquerungen erhöht.

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Mit Kind und Kegel in die Pedale treten

Für die Familienmobilität gibt es für City- und Trekkingräder viele Lösungen, die je nach zulässigem Gesamtgewicht, Stabilität der Gabel, maximaler Bremskraft und vorhandenem Abstellplatz ausgewählt werden sollten. Laut Straßenverkehrs-Ordnung dürfen ab dem 16. Lebensjahr höchstens zwei bis zu sieben Jahre alte Kinder (ausgenommen behinderte Kinder) in dafür vorgesehenen Sitzen oder Anhängern befördert werden.

In einachsigen Kinderanhängern mit Rücklicht, Rückstrahler, stabiler Kupplung und eventuellem Umbauset zum Buggy oder Jumper können modellabhängig ein oder zwei Kinder bis sechs Jahre mit Helm und/oder Gepäck beziehungsweise Einkauf mitgenommen werden. Kinderanhänger vergrößern aber den Wendekreis. Verlängerte Schutzbleche am Zugrad sind ratsam. Eine Alternative sind Lastenräder mit geräumiger Transportkiste für bis zu zwei Kinder und/oder Gepäck.

Sobald das Kind allein sitzen kann, sind Kindersitze (mit verstellbarer, hoher Rückenlehne, Helmaussparung, Drei- oder Fünf-Punkt-Gurtsystem und Speichenschutz) über dem Gepäckträger oder am Lenker (ausschließlich in Deutschland erlaubt) praktische Transportmöglichkeiten für kurze Wege. Unter Umständen sind Zweibeinständer und Sicherungsmaßnahmen am Fahrrad notwendig.

Für radfahrende Kinder, die während der Fahrt nicht einschlafen dürfen, sind Nachziehräder ohne Vorderrad oder ein Kupplungssystem zwischen Kinder- und Elternrad eine optimale Lösung für längere Strecken, höhere Fahrgeschwindigkeiten oder unübersichtliche Verkehrssituationen.

Diebstahlschutz für den Drahtesel

Auch bei Zeitdruck, kurzen Wegen oder zu Hause darf der Diebstahlschutz mit Bügel-, Falt-, Panzerkabel-, Panzerketten-, Rahmen- oder Spiralkabelschloss nicht zu kurz kommen. Wichtig ist, dass das Fahrrad nicht nur abgeschlossen wird, sondern auch, dass beide Räder und der Rahmen an einem fest verankerten, hohen Gegenstand angeschlossen werden. Die Polizei empfiehlt, dass geprüfte, unabhängig getestete Qualitäts-Sicherungsvorrichtungen aus hochwertigen Materialien und mit massivem Schließsystem mindestens zehn Prozent des Fahrradpreises kosten und bei leichten Fahrrädern schwerer sein sollten. Als Sicherheitsergänzung dienen:

  • die regional angebotene Fahrradcodierung, bei der die Besitzerdaten registriert und als alphanumerischer Code in das Fahrrad graviert werden, der beispielsweise von der Polizei decodiert und so der Besitzer eindeutig festgestellt werden kann,
  • ein Fahrradpass mit Rahmennummer und sonstigen Merkmalen
  • und ein unauffälliger GPS-Tracker.

 

Merke: Einen Fahrraddiebstahl sofort der Polizei und gegebenenfalls der Versicherung melden.

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Fahrradpflege leicht gemacht

Alle drei bis vier Wochen, nach längeren Pausen und bei feuchter Witterung sollte das Fahrrad selbst und ein- bis zweimal jährlich vom Fahrradhändler durchgecheckt werden.
 

  1. Sichtkontrolle bei der Reinigung mit Wasser und Spülmittel oder Fahrradreiniger vornehmen, alle Schrauben handfest nachziehen und anschließend bei Bedarf das Fahrrad versiegeln oder wachsen.
  2. Seilzüge bei schwergängigen Schalthebeln und Drehgriffen ölen.
  3. Fahrradkette mit Bürste oder Tuch vom Schmutz befreien und Innenlaschen mit Kettenfließfett oder -öl schmieren, dabei die Kurbel drehen und überschüssiges Schmiermittel abnehmen.
  4. Beleuchtung auf Funktionstüchtigkeit und Steckkontakte auf Dichtigkeit prüfen.
  5. Reifen auf Fremdkörper und Risse hin kontrollieren. Bei Reifenschäden passendes Pannenset benutzen oder Reifen wechseln. Profiltiefe und Luftdruck messen, eventuell nachpumpen (Angabe auf der Reifenflanke beachten).
  6. Laufrad auf Schlag in der Felge, defekte und/oder gelockerte Speichen und Naben auf Spiel untersuchen.
  7. Lockeren Steuersatz (spürbarer Ruck an der Lagerschale, wenn bei angezogener Vorderradbremse das Fahrrad vor- und zurückbewegt wird) vorsichtig an der Steuersatzschraube nachziehen.
  8. Wartung der Bremsanlage: knickfreier Verlauf der Bremszüge, Bremshebel ohne Sitzpositionsänderung bequem benutzbar, reibungsfrei bewegbar und bei voller Handkraft noch mindestens ein Finger Luft, anderenfalls die Bremskraft an der Einstellschraube justieren. Bremsbeläge müssen frei von Verschmutzungen, Beschädigungen und Kanten sein, sonst erneuern und so nah wie möglich an der Felge montieren. Achtung: Bremsreiniger erhöhen vorübergehend die Bremswirkung.
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