Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Nachhaltiger Fischkonsum – Worauf kommt es an?

Fisch essen ist gesund, aber um Themen wie Überfischung zu vermeiden, gilt es beim Fischkonsum einiges zu beachten! Wir verraten euch was!
Loader

Es gibt wohl kaum ein Nahrungsmittel, um das es mehr Diskussionen gibt, als um den Fisch. Gesundheit, Frische, Überfischung, Schwermetallbelastung und Aquakulturen sind nur einige Stichworte, die immer wieder im Zusammenhang mit den Meeresbewohnern genannt werden. An dieser Stelle wollen wir einige Mythen rund um den Fisch auflösen und weiterführende Informationen zum Fischkauf geben. Durch ein geändertes Nutzerverhalten ist es möglich, die dramatischen Probleme der Fischbestände einzudämmen.

Gesundes Nahrungsmittel mit wenigen Ausnahmen

Fisch ist ein äußerst gesundes Nahrungsmittel. Eiweiße, Jod und eine große Anzahl von Vitaminen sind enthalten. Außerdem liefert er die wichtigen Omega3-Fettsäuren, die für die Bildung von Zellwänden und für den Blutfluss im Gehirn zuständig sind. Konsumenten, die insbesondere auf diese Inhaltsstoffe achten, sollten zu fetten Fischen, wie Hering, Makrele oder Lachs greifen, da diese besonders reich an Omega3-Fettsäuren sind. Problematisch beim Fischgenuss ist jedoch die Ausrottung der Arten, weshalb sich für intensive Konsumenten Alternativprodukte zur Aufnahme von Omega3-Fettsäuren anbieten. 100 Gramm Lachs können beispielsweise leicht durch 22 Gramm Wallnüsse ersetzt werden, wodurch die Fischbestände aufrechterhalten werden können. Häufig stellt sich beim Verzehr die Frage, ab welcher Menge der Fisch schädlich für den Körper wird. Grundsätzlich ist dies äußerst selten der Fall. Raubfische können jedoch Quecksilber und Schwermetalle enthalten, weshalb nicht mehr als 500 Gramm Thunfisch im Monat verzehrt werden sollte. Ansonsten kann Fisch im Zusammenhang mit Belastungen problemlos gegessen werden. Einzig Muscheln aus dem Mittelmeer, Garnelen aus tropischen Ländern oder Fischölkapseln sind nicht zu empfehlen.

Frischfisch ist qualitativer als Discountprodukte

Verbraucher sollten bei der Wahl der Fischprodukte auf Frischfisch zurückgreifen. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte dieser direkt vom Kutter kommen, da nur dann wirkliche Frische garantiert ist. Selbst der Fisch von der Supermarkttheke kann bis zu zwei Wochen alt sein, was an den Transportwegen liegt. Die Frische kann allerdings leicht überprüft werden: Sind die Augen klar, die Kiemen rot, der Körper mit einer dünnen Schleimschicht überzogen und ist kein Geruch festzustellen, so handelt es sich um frischen Fisch. Doch ist dieser besser als Tiefkühlfisch vom Discounter, der bereits ein Drittel der verkauften Fischprodukte ausmacht? TK-Fisch ist besonders stark mit Wasser aufgespritzt, um das Gewicht zu erhöhen und damit den Verbraucher zu täuschen. Sind auf der Packung beispielsweise 250 Gramm angegeben, so bleiben nach dem Auftauen und dem Braten nur noch 135 Gramm und somit knapp mehr als die Hälfte vom Fischfleisch übrig. Verbraucher sollten auf die Wörter „Schutzglasur“, „Zitronensäure“ und „Polyphosphate“ achten, was auf gespritzten Fisch hinweist.

Überfischung wird zur Bedrohung

Die Deutschen essen 16 Kilogramm Fisch im Jahr und damit doppelt so viel wie noch vor 50 Jahren. Doch schaffen es die Fischbestände nicht, sich von der Überfischung zu erholen. Die Fangmengen bleiben gleich hoch, der Aufwand wird allerdings immer größer und der Beifang steigt. Einzig der Verbraucher kann diesem Verhalten entgegensteuern, indem er gefährdete Fischarten meidet. Greenpeace hat für diese Fälle eine App mit Ampelsystem entworfen, aus dem für den Konsumenten hervorgeht, ob er einen Kauf tätigen kann oder dieser schädigt. Außerdem helfen die Siegel von MSC, Naturland oder ASC auf den Fischprodukten, die einen nachhaltigen Fischfang unterstreichen. Leider ist die Überfischung durch Nachhaltigkeit nicht aufzuhalten, weshalb sich die Industrie Gedanken über Zuchtfische macht. Da Raubfische jedoch über Fischmehl gefüttert werden, ist die Lösung nicht optimal. Einzig der Karpfen kann in Aquakulturen gehalten werden. Ansonsten gilt es, dass der Verbraucher den Fisch dauerhaft als Delikatesse ansehen muss und ihn dadurch vor der Ausrottung schützen kann.

Tipps rund um den Fischgenuss:

  • Tiefkühlfisch genauer betrachten
  • Fisch als Delikatesse ansehen
  • Ampelsystem über bedrohte Arten von Greenpeace nutzen
  • Auf Frischeanzeichen achten
  • Raubfische nur in Maßen verzehren
  • Gütesiegel beachten
  • Alternativprodukte für Omega3-Fettsäuren wählen

Was bedeutet das MSC-Siegel?

In dem Video des MSC (Marine Stewardship Council) wird die grundlegende Arbeitsweise und die Standards des nachhaltigen Fischfangs erklärt.

 

Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Verbrauchertipps