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Reifen wechseln – So kommen Sie durch den Winter

Hilfreiche Tipps zum Reifenwechsel und zur richtigen Lagerung der Winterreifen gibts hier!
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Bald ist es wieder so weit – der Winter kommt. Und mit ihm der alljährliche Radwechsel.

Bei so manchem Autofahrer lösen die Begriffe Reifenwechsel, Sommerreifen und Winterreifen gemischte Gefühle aus, geht es dabei doch in aller Regel um den Radwechsel, der seit 2010 gesetzlich vorgeschrieben und deshalb unvermeidbar ist. Wann ein Radwechsel wirklich erforderlich ist und wie man ihn am besten durchführt, ist vielen Autofahrern unklar.
Die wichtigsten Informationen zum Thema “Reifen wechseln” werden im Folgenden kompakt und informativ präsentiert, um Fehler beim Radwechsel zu vermeiden.

Darum lohnt sich der Reifenwechsel

Wie so oft steht auch beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen die Sicherheit des Fahrers im Vordergrund. Glätte, Schnee und rutschige Straßen können leicht zu verminderter Haftung auf der Fahrbahnoberfläche führen und auf diese Weise für gefährliche Situationen im Straßenverkehr sorgen. Der Schutz des eigenen Lebens – sowie das der anderen Verkehrsteilnehmer – sollte für alle Fahrer als Grund ausreichen, die Reifen bei entsprechendem Wetter zu wechseln. Ein genauer Zeitpunkt für den Radwechsel (z. B. von Oktober bis März) ist vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben. Klar ist aber, dass die Reifen dem Wetter angepasst werden müssen. Das rechtzeitige Aufziehen der Winterreifen ist also zu empfehlen. Auch in Kostenfragen lohnt sich ein früher Reifenwechsel, da viele Anbieter in den frühen Herbstmonaten Sonderangebote und Aktionen starten, bei denen kräftig gespart werden kann.

Reifen selbst wechseln

Wer den Radwechsel nicht in der Werkstatt durchführen lassen will, kann auch im Selbstversuch die Reifen wechseln. Dazu sollte man zunächst die Handbremse anziehen und einen Gang einlegen, um festen Stand zu garantieren. Ohne Wagenheber lässt sich der Reifenwechsel nicht realisieren, deshalb sollte dieser neben allen anderen Werkzeugen – wie zum Beispiel dem Drehmomentschlüssel zum Lösen der Schrauben oder Bolzen – nicht fehlen. Letztere sollten immer nur kreuzweise gelöst werden.

Nachdem das Auto mit dem Wagenheber so weit in die Höhe gekurbelt wurde, bis die Räder ein wenig Abstand vom Boden haben, kommt die Ratsche zum Einsatz, um die Schrauben zu lösen. Beachtet werden muss, dass die Räder jeweils so gedreht werden sollten, dass im oberen Bereich eines Rades immer noch eine Schraube verbleibt, die das Rad bis zum Ende fixiert.

Die alten Reifen können nun den neuen weichen, wobei auch Hinweise auf jenen zur Laufrichtung beachtet werden sollten. Das Auto kann nun wieder heruntergelassen werden. Die mit einem Drehmoment festgezogenen Schrauben dürfen nicht zu fest angezogen werden. Zudem gilt: Nach der ersten Fahrt (circa 20 Kilometer) sollten die Schrauben nochmals nachgezogen werden. Schließlich können auch die Radnaben mit Keramikpaste eingefettet werden, um sie beim nächsten Reifenwechsel leichter lösen zu können. Ohne Einfetten kann es geschehen, dass die Reifen festrosten.

Empfehlenswert ist es jedoch stets, den Radwechsel vom Fachmann durchführen zu lassen, da dieser meist über mehr Erfahrung verfügt und professionelles Equipment zum Wechsel benutzt. Denn natürlich gilt immer: Sicherheit “fährt” vor. Wer den Radwechsel selbst durchführen möchte, erhält beim ADAC eine umfassende Anleitung.

So geht das korrekte Einlagern der Reifen

Nach dem Radwechsel müssen die Räder fachgerecht eingelagert werden, um Beschädigungen vorzubeugen. Wer seine Sommerreifen oder Winterreifen nicht beim Fachhändler oder in der Werkstatt einlagern kann, der kann dies auch in Eigenregie übernehmen. Ein trockener, kühler sowie dunkler Raum wird von Experten empfohlen, um beispielsweise durch das Vermeiden zu starker Erwärmung die Qualität des Gummis zu wahren (Risse). Auf einem Felgenbaum senkrecht gelagerte Reifen garantieren bei regelmäßigem Wenden auch während der nächsten Nutzung einwandfreie Qualität. Waagerechtes Stapeln ist ebenfalls möglich.

Der richtige Reifen für jedes Wetter

Wie die Namen bereits ausdrücken, eignen sich Sommerreifen ideal für warme, Winterpneus für kalte Monate. Allwetterreifen können das ganze Jahr über verwendet werden, jedoch ohne die relative Verlässlichkeit der anderen beiden Räder-Arten erreichen zu können. Das Profil von Allwetterreifen kombiniert die zwei unterschiedlichen Rillen-Anordnungen der Sommer- und Winterreifen, so dass die für wärmere Temperaturen und bei Nässe benötigten Längsrillen ebenso zu finden sind wie auch die Profilblock-Verzahnungen, die bei Schneeglätte und Eis für Halt auf der Fahrbahn sorgen.

Auch die Mischung des verwendeten Gummis ist eine Kombination aus Sommer- und Winterpneus. Insbesondere unter extremen Winterbedingungen sollten allerdings immer die Winterreifen gewählt werden, um die bestmögliche Sicherheit erreichen zu können.

Wer auf die Umwelt achtet und nachhaltig agieren möchte, für den können die so genannten grünen Reifen eine Alternative sein. Diese sind so konzipiert, dass ein geringerer Rollwiderstand für einen niedrigeren Spritverbrauch sorgt. Die Umwelt wird ebenso geschont wie der Geldbeutel. Kieselsäure ist ein wichtiger Bestandteil, um die erwähnte Eigenschaft realisieren zu können – ebenso wie eine bessere Laufleistung sowie Fahrbahnhaftung.

Winterreifenpflicht und Versicherung – das muss beachtet werden

Laut StVO ist jeder Autofahrer verpflichtet, bei entsprechendem Wetter bzw. gefährlichen Fahrbahnbedingungen – Reif-, Eis- sowie Schneematsch oder Glatteis – Winterreifen zu verwenden. Diese haben die Kennzeichnung M+S “Matsch & Schnee”. Da kein exakter Monat vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird, obliegt es jedem Auto- oder Motorradfahrer in gewisser Weise selbst, wann er die Reifen wechseln möchte. Bei winterlichen Straßenbedingungen ist dies aber Pflicht.

Meist spricht man von einem Radwechsel von “O bis O” – von Oktober bis Ostern. In diesem Zeitraum sollte das Fahrzeug mit Winterreifen ausgestattet sein. Denn wird bei winterlichen Fahrbedingungen ein Unfall mit Sommerreifen verursacht, zahlt die Versicherung in den meisten Fällen auf keinen Fall, wenn Winterreifen den Unfall hätten vermeiden können. Letztlich wird aber jeder einzelne Fall einer Prüfung unterzogen. Zumindest ein teilweiser Wegfall der Kaskoversicherungs-Leistung ist mehr als wahrscheinlich.

Spritsparen durch Reifenpflege

Nicht nur zum Jahreszeitenwechsel sollten die Reifen mal genauer unter die Lupe genommen werden – empfehlenswert ist die regelmäßige Überprüfung des Reifendrucks, des Profils sowie der Oberfläche der Reifen mindestens alle 4 Wochen. Der falsche Reifendruck kann nicht nur deutlich höhere Spritkosten sondern auch gefährliche Unfälle verursachen. Je nach Fahrzeug, Beladung sowie Vorder- und Hinterachse variiert der Reifendruck. Zu finden ist er für jedes Fahrzeug in der Bedienungsanleitung, der Tankklappe oder der B-Säule.

Auch abgenutzte Reifen können höhere Spritkosten sowie eine Gefährdung der Sicherheit nach sich ziehen. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Reifenwechsel ab einer Profiltiefe unter 1,6mm, Experten empfehlen den Radwechsel jedoch bereits weitaus früher. Das Reifenprofil kann man mit einem einfachen Trick prüfen: Einfach eine 1€-Münze in eine Rille in der Mitte des Reifens stecken – verschwindet der goldene Rand der Münze, ist das Profil ausreichend.

So sieht die Zukunft aus

Hinsichtlich des Radwechsels wird der Gesetzgeber auch in der Zukunft sicherlich keine bedeutenden Änderungen vornehmen, da die gesetzlich vorgeschriebene Regelung bereits viel zum Schutz der Verkehrsteilnehmer beiträgt. Umweltfreundlicher könnten Reifen aber dennoch werden: Mit Nanoprenen lassen sich Reifen bis zu 15 Jahre länger nutzen; Butyl-Kautschuk hält die Luft im Reifen und kann helfen, den Spritverbrauch zu senken. Bereits jetzt bieten viele Fachhändler die umweltfreundliche Entsorgung sowie Weiterverarbeitung und sogar Recycling von Altreifen an, denn diese stellen eine hohe Umweltbelastung dar.

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