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Sekt, Prosecco oder Champagner – der feine Unterschied

Wir zeigen euch hier, wie sich Sekt, Prosecco und Champagner voneinander unterscheiden und wie man sie am besten serviert.
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Neben Silvester gibt es auch noch einige weitere Anlässe, bei denen man die Korken knallen lassen kann. Ob Hochzeit, Geburtstag oder zum Valentinstag – gern wird das Glas erhoben und gemeinsam gefeiert. Wer es dabei etwas edler mag, nimmt hierzu statt dem obligatorischen Sekt einen etwas teureren Champagner. Oder hat man im Supermarkt zum Prosecco gegriffen? Egal, so lange es blubbert und schmeckt, oder? Nicht ganz. Denn außer, dass alle drei Getränke zu den Schaumweinen gehören, haben sie ganz klare Unterschiede aufzuweisen. Wer also auf der nächsten Feierlichkeit mit Wissen glänzen will oder einfach nur interessiert daran ist, was in seinem Glas so lustig vor sich hin prickelt, hat hier alle Infos kompakt auf einen Blick.

Was ist ein Schaumwein?

Wie oben schon erwähnt, gehören sowohl Sekt als auch Champagner und Prosecco zu den Schaumweinen. Die wichtigsten Unterscheidungskriterien zwischen den verschiedenen Schaumweinen sind die Herkunft und das Herstellungsverfahren. Trotzdem haben alle Schaumweine einige Gemeinsamkeiten:

  • es handelt sich um weinhaltige Getränke
  • der Alkoholgehalt muss mindestens 9,5 Volumenprozent betragen
  • der Gesamt-Schwefeldioxidgehalt darf 235 mg/l nicht überschreiten
  • der Überdruck in der Flasche muss bei 20°C mindestens 3 bar betragen
  • auf dem Etikett muss das Herkunftsland des Getränks angegeben werden

Sparsam prosten oder verschwenderisch protzen?

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Champagner aus der Gourmet-Abteilung

Die Grundweine für den Champagner müssen aus der Region Champagne in Frankreich stammen. Für den Grundwein werden ausschließlich drei Rebsorten verwendet: Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. Champagner muss nach der „méthode champenoise“, der klassischen Flaschengärung, hergestellt werden. Hier findet ein Teil des Gärvorgangs in der Flasche statt, damit das Getränk später besser schäumt. Dazu wird der vorgegorene Jungwein zunächst in Flaschen abgefüllt und mit Rohr- oder Rübenzucker und etwas Hefe ergänzt. Anschließend wird die Flasche mit einem Naturkorken verschlossen. Die Zweitgärung in der Flasche dauert ca. drei Wochen, jedoch muss der Champagner anschließend mindestens 15 Monate reifen, Jahrgangs-Champagner sogar drei Jahre. Wer Wert auf Qualität legt, sollte zu wesentlich älteren Jahrgängen greifen. Hier löst die vergorene Hefe einen enzymatischen Zersetzungsprozess aus, der dem Champagner sein Aroma, die intensive Farbe und die lang anhaltende Perlenbildung im Glas verleiht.

Sekt aus dem Supermarkt

Als Sekt werden Schaumweine bezeichnet, die in Deutschland und Österreich produziert werden. Diese müssen aus den Grundweinen des jeweiligen Weinbaubetriebs hergestellt sein. Im Gegensatz zu Champagner kann Sekt auch nach dem Großraum- oder Tankgärverfahren hergestellt werden. Hier findet die Gärung in Tanks mit über 200.000 Liter Fassungsvermögen statt. Nach schon einem Monat wird dann die Hefe durch einen Filter vom Schaumwein getrennt. Dieses Massenverfahren ermöglicht es den Wein so kostengünstig herzustellen. Es gibt jedoch auch Winzersekt, der in Deutschland in Flaschengärung aus ausgesuchten Grundweinen und mit langer Lagerzeit hergestellt wird.

Prickelnder Prosecco aus Italien

Der Prosecco ist nach einer italienischen Traubensorte benannt. Heute wird der Begriff für Wein der Rebsorte Glera, die in bestimmten Regionen Italiens angebaut wird, verwendet. Je nachdem wird der Grundwein dann unterschiedlich weiterverarbeitet. Prosecco gibt es als Schaumwein, Perlwein und Stillwein, wobei diese nur die Rebsorte gemein haben. Hochwertiger Schaumwein entwickelt durch Tank- oder Flaschengärung selbst Kohlensäure. Bei Perlwein wird unter Druck Kohlensäure in dem Getränk gelöst – so wird der Perlwein allerdings schnell schal. Wer einen längeren Genuss möchte, sollte hier also zum Schaumwein, auch Prosecco Spumante genannt, greifen.

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Tipps zum Servieren von Sekt & Co.

Welche Sorte Schaumwein am Ende den eigenen Geschmack am besten trifft und ins Portemonnaie passt, ist zum Glück jedem selbst überlassen. Egal für welchen Schaumwein man sich am Ende entscheidet, die folgenden Tipps gelten für alle Arten:

  • Die meisten Schaumweine schmecken zu dem Zeitpunkt, wo sie die Kellerei verlassen am besten. Eine Weiterlagerung zu Hause ist meist nicht sinnvoll und der Schaumwein verliert an Geschmack und Finesse. Beim Champagner gilt die Faustregel, dass dieser nicht älter als ein Jahr sein sollte.
  • Schaumweine sollten langsam über Nacht auf Trinktemperatur heruntergekühlt werden. Ein zu rasches Abkühlen im Sektkühler oder Eiswasser lässt das Aroma verfallen und führt dazu, dass die Kohlensäure später schneller entweicht.
  • Um die Flasche zu öffnen, wird zunächst das Drahtgitter entfernt und der Korken mit den Fingern fixiert. Dabei sollte die Flaschenöffnung nicht auf Personen oder zerbrechliche Gegenstände zeigen, um mit dem wegfliegenden Korken niemanden zu verletzen. Der Profi öffnet die Flasche anschließend durch Drehen der Flasche selbst, da dies die Hebelwirkung verstärkt.
  • Wenn die Flasche beim Öffnen schräg gehalten wird, vergrößert sich die Oberfläche des Schaumweins in der Flasche. Die Kohlensäure kann so schneller entweichen und ein Überschäumen kann vermieden werden.
  • Damit die Kohlensäure möglichst lange im Getränk bleibt, sollten Schaumweine am besten aus flöten- oder tulpenförmigen Gläsern getrunken werden.
  • Sektgläser müssen sauber sein. An Verunreinigungen oder Kalkablagerungen im Glas löst sich die Kohlensäure besonders schnell und dies lässt den Schaumwein besonders beim Einschenken stark schäumen.
  • Ist nach der Feier ein Schlückchen übrig geblieben, sollte die angefangene Flasche möglichst dicht verschlossen und anschließend kühl gelagert werden. Hierzu können spezielle Sektverschlüsse oder auch ein normaler Weinkorken genommen werden.
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