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Tipps zur Kinderzahnpflege für gesunde Zähne von Anfang an

Auch Kleinkinder sollten schon regelmäßig Zähne putzen - wie das quengelfrei funktioniert, erfährst du hier!
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Um ein Leben lang gesunde Zähne zu haben, sollte die Pflege bereits bei den Milchzähnen beginnen und auch da schon ernst genommen werden. Laut Statistiken besitzen zwischen 60 und 90 Prozent der Kinder im Schulalter schlechte Zähne beziehungsweise fallen durch Zahndefekte spätestens bei der zahnärztlichen Schuluntersuchung auf. Grundsätzlich gilt, mit der Kinderzahnpflege bei den Milchzähnen so früh wie möglich zu beginnen, damit diese gesund bleiben und als optimale Platzhalter für die Folgezähne dienen. Nur dann ist die Chance gegeben, dass Zähne bis ins hohe Alter bisskräftig erhalten bleiben. Doch die Zahnpflege gefällt den meisten Kindern weder im Kleinkind- noch im Schulalter. Tricks helfen dabei, den kleinen Rackern die Zahnpflege schmackhaft zu machen und viel Wissenswertes zeigt Eltern, worauf sie zusätzlich zu achten haben.

Kinderzahnpflege leicht gemacht – so geht’s

Der perfekte Moment, mit der Milchzahnpflege anzufangen, beginnt mit dem Durchbruch des ersten Milchzahns, der in der Regel zwischen dem siebten und neunten Lebensmonat sich seinen Weg durch das Zahnfleisch sucht. Einige Ratschläge erleichtern den Zahnputzprozess und motivieren das Kind, sich die Zahnpflege gefallen zu lassen.

  • Egal, wie sehr das Kind beim Versuch des Zähneputzens quengelt, Eltern sollten sich nicht davon beeinflussen lassen und die Zahnpflege in aller Ruhe fortsetzen.
  • Eine kindgerechte Zahnbürste mit Kindermotiv oder einem Glockenton, wenn sie bewegt wird, steigert das Interesse und fördert die Aufmerksamkeit, ebenso wie Alltagsdinge oder die Lieblingspuppe.
  • Bei der Putztechnik hilft die Eselsbrücke KAI, was als Abkürzung für Kaufläche, Außenseiten und Innenseiten steht, die mit jedem Zahnputzvorgang gereinigt werden sollten.
  • Solange die Zahnpasta noch nicht allzu flüssig ist, ist es vorteilhaft, zuerst mit dem Säubern der Schneidezähne sowie der unteren Frontzähne zu beginnen und dann über die Außenwände bis zu der Innenseite fortzuschreiten.
  • Eine Zahnreinigung erfolgt grundsätzlich in kreisenden Bewegungen.
  • Beim Zähneputzen sollte auf Druck verzichtet werden, sodass das sensible Zahnfleisch nicht gereizt wird.
  • Älteren Kindern sollte die Wichtigkeit des Zähneputzens stets erläutert und anhand von Plaquefärbetabletten für Zahnbelag veranschaulicht werden.
  • Eltern sollten als gutes Beispiel vorangehen und Kinder daran teilhaben lassen, wie sie sich die Zähne putzen.
  • Das Zähneputzen sollte Teil des Tagesrhythmus sein. Wer immer zu bestimmten Zeiten Zähne putzt, normalisiert diesen Vorgang und lässt ihn für Kinder schneller zum Alltag gehören.
  • Optimale Zahnputzzeiten sind morgens direkt nach dem Aufstehen, mittags nach dem Mittagessen und abends als letzte Aktion vor dem Schlafengehen.
  • Eltern sollten konsequent am Abend jeglichen Verzehr nach dem Zähneputzen untersagen, damit sich nicht erneut Bakterien absetzen und während der Nacht Schaden anrichten.
  • Je früher einem Kleinkind das Zähneputzen selbst überlassen wird, desto weniger Abneigung wird sich entwickeln.
  • Bei Kindern bis zu einem Alter von circa 7 Jahren ist es empfehlenswert, immer noch mal nachzuputzen, um eine optimale Zahnreinigung zu gewährleisten.
  • Bis ins Schulalter sollte das Zähneputzen unter Aufsicht der Eltern durchgeführt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich falsche Techniken oder eine unzureichende Zahnpflege unbemerkt einschleichen.

Zahnvorsorge ist wichtig

Viele Eltern vergessen, wie wichtig der gesunde Erhalt von Milchzähnen ist. Als Platzhalter für die darauffolgenden Zähne übernehmen sie eine wichtige Funktion, die eingeschränkt wird, wenn Milchzähne kariös werden, andere Formen annehmen und der von der Natur geplante Platz sich verändert. Dadurch und durch das übermäßige und lange Nuckeln können sich bereits in jüngsten Kindertagen Kieferverformungen und Zahnfehlstellung für die bleibenden Zähne entwickeln. Hier gilt, bereits Kinder mit Milchzähnen regelmäßig dem Zahnarzt vorzustellen, um eventuelle Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

 

Weit verbreitet ist die Diskussion um Fluortabletten für Babys. Während Zahn- und Kinderärzte Kindergarten- und Schulkindern die Einnahme von Fluortabletten für einen besseren Kariesschutz empfehlen, gehen die Meinungen bei der Einnahme von Säuglingen und Kleinkindern auseinander. Sofern fluoridhaltige Zahncremes benutzt werden, können auf zusätzliche Fluortabletten verzichtet werden, behaupten einige Experten. Manche Kinderärzte hingegen empfehlen eine tägliche Fluoridzugabe von 0,25 Milligramm. Die Entscheidung bleibt letztendlich allein den Eltern überlassen, da nicht erwiesen ist, ob Fluortabletten tatsächlich im Säuglings- und Kleinkindalter einen Nutzen bringen. Doch eins ist gewiss: schaden werden sie nicht.

Das sollten Eltern zusätzlich wissen

Von Zucker in Getränken oder Süßigkeiten wird immer wieder behauptet, wie schädlich dieser für die Zähne sei. Dies ist nur bedingt richtig, denn Zucker an sich ist nicht für die Kariesentstehung verantwortlich, sondern dient lediglich als Futterquelle für bereits vorhandene Bakterien, die den Zucker in Säure umwandeln, welche den Zahnschmelz angreift und Karies entstehen lässt. Wer nur wenig Zucker konsumiert, dem ist der Speichel ein guter Helfer, da er die Säure neutralisiert. Wenn Eltern allerdings ihre Kleinen über den ganzen Tag verteilt an einer Babyflasche mit gesüßtem Tee oder Säften nuckeln lassen, hat der Speichel keine Chance zur Säureneutralisierung, was das Kariesrisiko um ein Vielfaches erhöht.

 

Dass Zahnfehlstellungen durch langjährigen Schnullergebrauch oder Daumennuckeln entstehen können, ist hinreichend bekannt, doch viele Eltern nehmen die damit verbundenen Komplikationen oftmals nicht ernst genug. Der dadurch entstehende sogenannte “offene Biss” sorgt dafür, dass Kinder vermehrt durch den Mund atmen und so Bakterien ungehindert in den Mundraum eindringen können. Abgesehen von Sprachstörungen wie Lispeln und einem schlechten Abbiss beim Essen lässt der offene Biss die oberen und unteren Frontzähne so unvorteilhaft aufeinandertreffen, dass Abreibungen entstehen und der Zahnschmelz beschädigt wird. Um dies zu verhindern, sollten Eltern spätestens bis zum zweiten Lebensjahr ihre Kinder vom Nuckeln entwöhnt haben.

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