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Vegan Backen – Plätzchen

Vegane Plätzchen ohne Milch, Eier und Butter? Veganer müssen nicht auf Leckereien verzichten. Tipps, Tricks und ein leckeres Rezept gibt es hier!
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Die vegane Lebensweise gewinnt immer mehr Anhänger, und auch Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten sind auf der Suche nach Plätzchen-Rezepten ohne Milch, Ei und andere tierische Produkte.
Für vegane Backeinsteiger sind Plätzchen wie geschaffen, denn sie sind meist leicht “veganisierbar”. Marktjagd-Expertin Carola beantwortet die häufigsten Fragen rund um vegane Kekse und den richtigen Teig, und verrät sogar eines ihrer liebsten Rezepte aus ihrer Weihnachtsbäckerei.

Wie ersetze ich am einfachsten tierische Zutaten? Wo lauern Stolperfallen?

Als Ersatz für Milch steht eine Vielzahl von Pflanzendrinks zur Verfügung, z. B. Soja, Hafer, Reis oder Dinkel. Nussmilch aus Haselnuss, Mandeln oder Kokos bringt einen Eigengeschmack mit, der zu vielen Plätzchen sehr gut passt. Für Sahne gilt dasselbe.

Butter lässt sich 1:1 durch Margarine ersetzen. Vorsicht: Nicht alle Sorten sind vegan, denn die zugesetzten Vitamine sind oft tierischen Ursprungs, oder die Margarine (insbesondere Halbfettsorten) enthält Milchbestandteile. Einige Plätzchenrezepte verzeihen auch die Verwendung von Öl (ca. ¾ der Buttermenge in Gramm durch Öl ersetzen), Mürbeteige allerdings meistens nicht. Sie laufen dann stark auseinander und bekommen nicht den richtigen Biss.

Statt Ei bietet sich bei Plätzchen die Verwendung eines Eiersatzes durch Leinsamen an: 1 EL gemahlene (nicht geschrotete!) Leinsamen und 2 EL Wasser verrühren, fünf Minuten quellen lassen und dann wie ein Ei weiterverwenden. Leinsamen kann man in vielen Bioläden oder Reformhäusern mahlen lassen, herkömmliche Getreidemühlen sind dazu meist nicht geeignet. Für kleine Mengen leistet auch ein Mörser gute Dienste. Alternativ sind auch fertige Eiersatzpulver im Handel erhältlich, die sich teilweise sogar wie Eischnee aufschlagen lassen, oder die Verwendung von mit Wasser gemischtem Sojamehl. In vielen Rezepten ist das Ei auch grundsätzlich entbehrlich.

Nougat, Kuvertüre und Zartbitterschokolade sind nicht zwingend vegan. Hier ist ein Blick auf die Zutatenliste erforderlich, denn oft ist z. B. Butterreinfett verarbeitet. Für Milchschokolade/-kuvertüre und die weiße Variante stehen vegane Ersatzprodukte zur Verfügung. Blockschokolade ist häufig vegan.

Ein Kapitel für sich ist die Plätzchen-Deko. Bei Schokolade gilt das oben Gesagte, bei anderen Produkten sind meist Farb- und Aromastoffe ein Problem, insbesondere bei rot Gefärbtem. Rote-Bete-Extrakt ist unbedenklich, aber E 120 (Echtes Karmin, auch Cochenille) wird aus Läusen hergestellt. Die vegane, chemisch hergestellte Alternative, E 124 (Cochenillerot A), ist ein Azofarbstoff, der u.a. im Verdacht steht, Krebs zu erzeugen, und deshalb in mehreren Ländern verboten ist. Im Bioladen gibt es aber auch für diese Produkte hübsche Alternativen.

Wo bekomme ich die Ersatzprodukte her?

Bereits ein normaler Supermarkt bietet eine große Auswahl an Pflanzendrinks, und auch auf der Suche nach Leinsamen, Margarine, veganem Nougat und Zartbitterschokolade wird man hier fündig. In Reformhäusern und Bioläden ist die Auswahl noch einmal größer. Insbesondere Spezialprodukte wie vegane Deko oder „Milch“schokolade sind hier erhältlich.

Was kosten sie?

Nicht zwingend mehr als das Original tierischen Ursprungs, mit Ausnahme von Eiersatzpulver und Spezialprodukten wie veganer Plätzchen-Deko oder Schokolade aus ökologischem Anbau und fairem Handel.

Schmeckt man den Unterschied?

Butter schmeckt wie Butter, und Margarine wie Margarine. Bei Plätzchen fällt dieser Unterschied an der ein oder anderen Stelle schon ins Gewicht. Hier lohnt es sich, auf eine etwas teurere, dafür aber butterähnlichere Margarine zurückzugreifen.

Kann ich Rezepte einfach so “veganisieren”? Normalerweise schon. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wer sichergehen will, greift auf vegane Rezepte aus dem Internet oder aus veganen Backbüchern zurück.

Marktjagd-Expertin Carola empfiehlt eines ihrer liebsten Rezepte zur Weihnachtszeit: Vegane Gewürzstangen (pdf)

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