Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Wie gesund ist das Gemüse, das wir im Supermarkt bekommen?

Gemüse enthält viele Nährstoffe, die für eine gesunde Ernährung wichtig sind - doch gibt es qualitative Unterschiede, die man beim Kauf beachten sollte?
Loader

Deutsche essen durchschnittlich rund 95 Kilogramm Gemüse pro Jahr. 7 Millionen Menschen im Land leben vegetarisch oder vegan. Dass Gemüse einen wichtigen Ernährungsbaustein darstellt, kann niemand bestreiten. Doch gibt es überhaupt noch geschmackliche Unterschiede zwischen den Gemüsesorten, die man im Handel erhält? Und welche Bedeutung hat die Herkunft?

Produktions- und Konsumpraxis von Gemüse in Deutschland

Deutsche entscheiden beim Kauf des Gemüses größtenteils nach dem Preis und dem Aussehen. Genau aus diesem Grund sind die Kriterien bei der Lebensmittelproduktion auf das Konsumverhalten der deutschen Endverbraucher abgestimmt. Denn das Gemüse muss gut aussehen, eine gewissen Größe und Form aufweisen und lange lagerfähig sein – und das zu einem günstigen Preis. 90 Prozent des Gemüses wird im Supermarkt verkauft, 60 Prozent davon wird aus anderen Ländern importiert. Bei der Importware wird zum größten Teil das Gemüse gekauft, was der Rest von Europa nicht haben möchte, weil es qualitativ und geschmacklich nicht überzeugen kann. Denn Länder wie England, Frankreich und Holland geben insgesamt mehr Geld für gutes und qualitativ hochwertiges Gemüse aus, als Deutschland.

krummes-gemuese

Krummes Gemüse wird im deutschen Einzelhandel gar nicht erst verkauft

Wie gesund ist Gemüse überhaupt?

Im Gemüse stecken viele Vitamine, Mineralstoffe, wie Kalium, Eisen und Magnesium, Folsäure und Ballaststoffe. Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fünf Portionen oder 400 Gramm Obst und Gemüse am Tag. 80 Gramm Paprika decken beispielsweise den Tagesbedarf an Vitamin C, 50 Gramm Karotten bereits den Bedarf an Betacarotin. Zu langes Kochen sollte allerdings vermieden werden, da durch die Erhitzung der Vitamingehalt reduziert wird. Die Diskussion über das Gemüse wurde in den letzten Jahren immer lauter, insbesondere über die Bedeutung von regionalem, saisonalem und biologisch produziertem Gemüse. Tatsächlich ist konventionell hergestelltes Gemüse bezüglich der Inhaltsstoffe nicht weniger gesünder als biologisch produziertes. Allerdings wird bei Bio-Lebensmitteln auf Pestizide gänzlich verzichtet. Auch Tiefkühlgemüse enthält gleich viele Inhaltsstoffe wie frisches Gemüse und kann somit bedenkenlos konsumiert werden.

Eine Frage des guten Geschmacks

Unterschiede entdeckt man beim Gemüse allerdings im Geschmack. Denn Essen aus dem Supermarkt hat meist lange Transportzeiten erlebt und wird dementsprechend unreif geerntet, damit es im Handel nicht verdorben ankommt. Auch kann man im Großhandel keine Sorten finden, die für lange Anfahrtswege und Lagerungen nicht geeignet sind. Gerade bei der Tomate, die in Deutschland überaus beliebt ist, gibt es eigentlich eine große Sortenvielfalt. Jedoch bekommt man im Supermarkt nur wenige davon zu kaufen. Viele Deutschen kennen den urtümlich aromatischen Geschmack einer reif geernteten Tomate nicht mehr. Möchte man selbst die geschmackliche Vielfalt der Tomate erleben, muss man sie am besten direkt vom Strauch pflücken. Tomaten kann man ganz leicht selbst auf dem Balkon oder auf der Fensterbank anbauen. Ein Strauch kann bis zu drei Kilo frische Früchte hervorbringen. Wenn man bedenkt, dass ein Deutscher durchschnittlich sieben Kilo pro Jahr davon frisch verzehrt, wäre die Selbstversorgung durch Eigenanbau durchaus möglich.

tomatensorten

Die Vielfalt der Tomatensorten

Alternativen zum Gemüse aus dem Supermarkt

Gemüse muss nicht unbedingt im Supermarkt gekauft werden. Immer mehr Hobbygärtner widmen sich dem Anbau von Obst und Gemüse im heimischen Garten, um sich auf diesem Weg selbst zu versorgen und zu regionalem, saisonalem und besonders schmackhaftem Gemüse zu kommen. Wer kein eigenes Grundstück dafür zur Verfügung hat, kann Mitglied einer solidarischen Landwirtschaft werden. Bei diesem System wird für die Mitglieder produziert, die durch ihre Beiträge zugleich das Überleben des Bauern sichern und so wöchentlich ihren Anteil an frischem Gemüse bekommen. Denn hier fährt das Gemüse nicht weiter als 20 bis 30 Kilometer, bis es beim Endverbraucher ankommt. Tatsächlich ist diese Variante viel günstiger, als ein regelmäßiger Einkauf im Supermarkt. Mit einem Monatsbeitrag von 40 Euro kann sich so eine dreiköpfige Familie mit Gemüse bereits unabhängig versorgen. Dritte Möglichkeit wäre der Besuch eines Wochenmarktes. Dort bieten vor allem regionale Händler ihre Waren an, die aus der Umgebung kommen.

wochenmarkt

Das Wochenmarkt Angebot ist groß

Vorheriger Artikel Nächster Artikel

Verbrauchertipps