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“Wie man sich bettet, so liegt man!” – ein Matratzen-Ratgeber

Du willst dir eine neue Matratze kaufen? Wir zeigen dir, welche die beste Matratze für dich ist!
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Bertolt Brechts bekannte Weisheit lässt sich durchaus auch wörtlich nehmen. Eine gute Matratze fördert die körperliche Regeneration und ist damit für die physische Gesundheit des Menschen von besonderer Wichtigkeit. Zudem verlängert ein passendes und speziell auf die jeweilige Statur abgestimmtes Modell die Tiefschlafphasen, was sich wiederum positiv auf die psychische Verfassung auswirkt. Doch welche Matratze ist die richtige? Dies hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem vom Körperbau und dem Schlafverhalten.

Die nachfolgende Reise durch den breit gefächerten Matratzen-Dschungel führt vorbei an den verschiedenen Matratzenarten hin zu den von vielen Personen gefürchteten Härtegraden. Anschließend lernt man die wesentlichsten Qualitätskriterien einer guten Matratze kennen, ehe die preisliche Frage im Vordergrund steht. Auch praktische Tipps für die Pflege nach dem Kauf und Hinweise für optionales Matratzenzubehör werden mit auf den Weg gegeben.

Die richtige Matratze finden

Je nach Material der inneren und äußeren Gestaltung unterscheidet man im Wesentlichen drei große Matratzenarten:

  • die Federkernmatratzen, zu denen beispielsweise die Bonell- und die Taschenfederkernmatratze zählen,
  • die Latexmatratzen und
  • die Schaumstoffmatratzen, die unter anderem die Kaltschaummatratze und die viscoelastische Matratze beherbergen.

 

Welche Matratzen sind die besten? Kaltschaum oder Federkern – oder doch Latex? Hier ein ausführlicher Matratzen-Vergleich:

Federkernmatratzen

Beschreibung: Die innere Struktur einer Federkernmatratze besteht aus einem Stahlfederkern. Über diesem sind mehrere Materialien als Polsterung möglich. Als Polsterträger dienen eine Filzplatte oder dünnes Vlies, die Polsterung selbst besteht aus Schaumstoff. Auf derselben liegt der Bezug, in den oftmals Polyesterfaservlies, Baumwollfaser, Rosshaar oder Schurwolle eingesteppt sind. Der Bezugstoff für die Federkernmatratze setzt sich meist aus Baumwolle oder einem Baumwolle-Viskose-Gemisch zusammen.
 

Eignung: Aufgrund der enormen Luftdurchlässigkeit empfiehlt sich ein solches Modell für Menschen, die nachts zu starkem Schwitzen neigen. Die vom Körper abgesonderte Feuchtigkeit kann durch die luftigen Innenzonen problemlos entweichen. Zudem eignen sich die relativ harten und stabilen Federkernmatratzen für Personen mit hohem Körpergewicht sowie Bauch- und Rückenschläfer. Allergikern ist von einer Federkernmatratze tendenziell abzuraten, da Milbenablagerungen durch die feinen Poren an der Matratzenoberfläche keine Seltenheit sind.

Latexmatratzen

Beschreibung: Die verhältnismäßig schwere Latexmatratze besteht aus Gummi – neben synthetischem kommt auch natürliches oder gemischtes Latex für die Herstellung infrage.
 

Eignung: Eine Latexmatratze stützt den Körper optimal und verhilft ihm zu einer orthopädisch korrekten Haltung im Bett, wodurch Rückenschmerzen vorgebeugt beziehungsweise bekämpft werden können. Zudem gewährleistet sie ein angenehm weiches Liegegefühl, welches Seiten- und Bauchschläfern entgegenkommt. Allergiker profitieren von der antibakteriellen und hygienischen Beschaffenheit der Latexmatratze.

Schaumstoffmatratzen

Beschreibung: Nachdem Qualität und Haltbarkeit einer Schaumstoffmatratze lange Zeit in der Kritik standen, verwenden Matratzenhersteller inzwischen hochwertigere Materialien. Die meisten modernen Ausführungen bestehen aus einem Kaltschaum- oder viscoelastischen Matratzenkern.
 

Eignung: Eine Kaltschaummatratze empfiehlt sich für Menschen mit unruhigem Schlafverhalten, da sie eine ideale Körperunterstützung bietet, und für Allergiker – wegen der hygienischen Beschaffenheit. Darüber hinaus zeichnet sie sich durch ihre hervorragende Wärmeisolation aus und ist insofern Personen anzuraten, die schnell frieren – nicht aber stark Schwitzenden. Für diejenigen, die unter orthopädischen Problemen oder Durchblutungsstörungen leiden, eignet sich eine viscoelastische Matratze. Ihr herausragendstes Merkmal ist die Anpassungsfähigkeit.
 

Neben den im detaillierten Matratzen-Vergleich beschriebenen Hauptarten gibt es noch diverse Spezialformen, etwa die Gelmatratze. Sie setzt sich aus vielen kleinen mit zähflüssigem Gel gefüllten Polstern zusammen. Ihre große Stärke ist die Ergonomie: Sie nimmt das Gewicht der liegenden Person auf und federt es sanft ab – ohne schaukelnde Effekte wie in einem Wasserbett. Eine Gelmatratze wird für Menschen empfohlen, die sich während ihres Schlafs viel bewegen oder mit Rücken- und Gelenkbeschwerden zu kämpfen haben. Achtung, Verwechslungsgefahr: Es finden sich auch Gelschaummatratzen – bei diesen handelt es sich jedoch um eine neue Kaltschaumvariante, die nichts mit der Verarbeitung von Gelmatratzen verbindet.

Was die Verpackungsart betrifft, ist die sogenannte Rollmatratze erwähnenswert. Darunter versteht man in der Regel eine unter Kompression in Rollenform gewickelte Schaumstoffmatratze (seltener eine Latex- oder Federkernmatratze). Sie lässt sich bequem transportieren, ohne den Liegekomfort einzuschränken, und reduziert den Verpackungsabfall, was die Umwelt freut. Einmal ausgepackt, kann die Rollmatratze allerdings nicht wieder zusammengerollt werden – dafür reichen die Kräfte des Menschen schlichtweg nicht aus.

Nach der Wahl der gewünschten Matratzenart steht der Kunde vor der Entscheidung für einen bestimmten Härtegrad, was zwingend in der Matratzenberatung Erwähnung finden muss.

Der schwierige Fall “Matratzen-Härtegrad”

Der Matratzen-Härtegrad (H) gibt Auskunft darüber, ob es sich um eine weiche oder harte Matratze handelt. Er hängt vom jeweiligen Matratzenkern – vor allem Federkern, Latex oder Schaum – ab. Einheitliche Standards existieren leider nicht, was die ohnehin knifflige Entscheidungsfindung zusätzlich erschwert. In den meisten Fällen zeigt sich jedoch folgende Einteilung:

  • Härtegrad 1 (H1): weich
  • Härtegrad 2 (H2): mittel
  • Härtegrad 3 (H3): hart
  • Härtegrad 4 (H4): sehr hart

 

Je höher der Matratzen-Härtegrad, desto härter und belastbarer ist das jeweilige Modell. Der richtige Härtegrad bemisst sich daran, ob die Wirbelsäule der auf der Matratze liegenden Person in der Seitenlage eine Waagrechte bildet. Zudem darf man bei Rückenlage nicht ins Hohlkreuz verfallen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, ist die richtige Matratze mit dem idealen Härtegrad gefunden. Eine falsche Wahl führt zu Rückenschmerzen und gegebenenfalls einer Beeinträchtigung der Durchblutung. Weitestgehend gilt, dass schwerere Menschen einen höheren Härtegrad benötigen.

Qualitätskriterien guter Matratzen

Zwei bedeutsame Aspekte in Bezug auf die Beantwortung der Frage “Welche Matratze ist die richtige?” sind bereits beantwortet. Zur Lösung des Problems “Welche Matratze ist die beste?” tragen diese Kriterien bei, die durch den ein oder anderen Matratzen Test ermittelt wurden:

Raumgewicht:

  • abgekürzt mit RG
  • Kennzahl für die Haltbarkeit einer Matratze
  • gibt an, wie viele Kilogramm Rohmasse in einem Kubikmeter Schaumstoff aufgeschäumt wurden
  • je höher das RG, desto schwerer der Schaumstoff und höher die Elastizität sowie Langlebigkeit der Matratze
  • gute Matratzen haben RG-Werte ab 40

Strauchhärte:

  • vor allem bei einer Taschenfederkernmatratze ein wichtiges Qualitätsmerkmal
  • Maß für die Härte und Belastbarkeit einer Matratze (nicht zu verwechseln mit dem Härtegrad!)
  • je höher die Strauchhärte, desto weniger weich ist der Schaum und desto schneller gelangt ebendieser nach einer Schlafpositionsänderung wieder in seinen Ausgangszustand
  • für schwerere Menschen hoher Strauchhärtewert (40 Kilopascal) empfehlenswert, für leichtere Personen und Kinder niedriger Wert (30 kPa) ausreichend

Matratzenhöhe:

  • Gesamthöhe sollte zwischen 19 und 24 Zentimeter betragen
  • Kernhöhe zwischen 14 und 19 cm ideal
  • genauer Wert abhängig vom Körpergewicht

Liegezonen:

  • Matratzen sind häufig in mehrere Liegezonen eingeteilt
  • üblich sind drei, fünf, sieben oder neun Zonen
  • sorgen für die optimale Anpassung des Körpers an die Matratze
  • je nach Körperform unterschiedliche Zonen geeignet

 

Allgemeiner Tipp: Während Zonen-Matratzen für Erwachsene empfehlenswert sind, brauchen Kinder und Jugendliche mittelharte Matratzen ohne eine solche Zoneneinteilung.

Der Preis – Sind günstige Matratzen schlechter?

Natürlich ist jedermann und -frau stets bestrebt, möglichst günstige Matratzen zu finden. Allerdings ist von sehr preiswerten Modellen abzuraten, da sie in Bezug auf den Liegekomfort meist mäßig bis schlecht abschneiden. Dennoch gilt der Umkehrschluss “teuer ist gleich gut” nicht zwangsläufig. Die gerne gestellte Frage “Welche Matratze ist die beste?” lässt sich damit nicht mit dem höchsten Preis beantworten. Ergebnisse der Stiftung Warentest legen nahe, dass es sich empfiehlt, die goldene Mitte anzustreben. Matratzen, die ungefähr zwischen 200 und 500 Euro kosten, sind in vielen Fällen eine sinnvolle Wahl. Selbstverständlich nur dann, wenn sie auch die oben genannten Qualitätskriterien erfüllen.

Matratzenschoner als Zubehör – ja oder nein?

Eine Matratzenauflage als Puffer zwischen Matratze und Schläfer bietet aus hygienischer Sicht einige Vorteile: Sie verhindert das Einwandern von Feuchtigkeit und Hautschuppen in die Matratze und entzieht damit Hausstaubmilben, Pilzen und sonstigen Mikroorganismen einen erheblichen Teil ihrer Lebensgrundlage. Zudem kann sie einfach in der Waschmaschine gereinigt werden. Ein solcher Matratzenschoner sollte eine hohe Atmungsaktivität aufweisen – dies ist das wichtigste Qualitätskriterium. Günstige Ausführungen, die zwar Nässeschutz gewährleisten, demgegenüber die Belüftung der Matratze jedoch stark einschränken, verursachen unter Umständen Schimmelbildung an der Matratze.

Einige Tipps zur Matratzenpflege

  • sowohl weiche als auch harte Matratze alle ein bis zwei Monate drehen und wenden, um eine gleichmäßige Abnutzung zu gewährleisten
  • regelmäßige Reinigung des Bezugs und der Matratzenauflage – wie vom Matratzenhersteller angegeben
  • nach spätestens acht bis zehn Jahren muss die Matratze ausgetauscht werden – weist sie Liegekuhlen oder Verunreinigungen, etwa Körperflüssigkeiten, Milbenbefall oder Schimmel auf, so sollte sofort gehandelt werden

 

 

Es ist mitunter ein schwieriges Unterfangen, die richtige Matratze zu ermitteln. Viele Fragen müssen beantwortet werden: Welche Matratze ist die beste für mich? Kaltschaum oder Federkern – oder doch Latex? Welcher Matratzen-Härtegrad eignet sich? Gute Matratzen – auf welche Qualitätskriterien muss ich besonders achten? Günstige Matratzen – sollte ich lieber die Finger von sehr preiswerten Angeboten lassen? Die vorliegende Matratzenberatung hat diese Fragen umfassend beantwortet und bietet demnach eine Hilfestellung beim Finden des geeigneten Modells. Generell gilt jedoch: Probeliegen im Geschäft und/oder zuhause ist Pflicht, denn nur so ermittelt man, welche Matratze die beste ist.

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