Einweg und Mehrweg – Das Pfandsystem in Deutschland

In Deutschland existieren zwei verschiedene Pfandsysteme: Mehrwegpfand und Einwegpfand. Während Mehrweg ein freiwilliges System der Getränkehersteller ist, beruht der Einwegpfand auf einer gesetzlichen Vorschrift.

Der Unterschied ist relativ simpel. Mehrwegflaschen werden schlichtweg wiederverwendet. Nach der Rückgabe werden die Pfandflaschen umfangreich gereinigt und anschließend neu befüllt – das spart Produktionskosten und Ressourcen. Einwegprodukte werden dagegen zerkleinert und durch Recycling wieder aufbereitet.

Es gibt zwei Unterscheidungsmerkmale zwischen den Systemen. Das erste ist die „Verpackung“ an sich, anhand derer man ableiten kann, welches der beiden Systeme überhaupt in Frage kommt. Eine Flasche aus Glas oder hartem Kunststoff kann schon rein logisch mehrfach verwendet werden, es kommt also das Mehrwegsystem in Betracht (Was jedoch leider nicht heißt, dass jede Glasflasche auch eine Mehrwegflasche ist). Einfache Kunststoffflaschen oder Dosen können nicht erneut befüllt werden, deswegen gehören sie zum Einweg-System. Das zweite und eindeutige Merkmal ist das Pfandzeichen:

Mehrweg-SymbolMehrweg-Symbol
Einweg-SymbolEinweg-Symbol

Eselsbrücken:

Mehrwegflaschen aus Glas können übrigens bis zu 50 Mal und PET-Mehrwegflaschen bis zu 25 Mal neu befüllt werden.

Da die Systeme grundsätzlich komplett getrennt voneinander funktionieren, kann es vorkommen, dass es unterschiedliche Leergutautomaten dafür gibt. Auch dort gibt das Pfandzeichen Auskunft.

Pfandflaschen-Rückgabe: Wer muss was zurücknehmen?

Da das Mehrwegsystem ein Kreislauf ist, der von den Getränkeherstellern betrieben wird, müssen auch nur diejenigen Märkte Mehrwegflaschen zurücknehmen, die mit dem jeweiligen Hersteller zusammenarbeiten, also dessen Produkte verkaufen. Wenn du also eine spezielle Mehrwegflasche hast, gib sie am besten dort zurück, wo du sie gekauft hast.

Bei Einwegflaschen kommt es hingegen nicht auf die spezielle Getränkemarke an, sondern auf das Material des Pfandprodukts. Verkauft ein Supermarkt beispielsweise nur PET-Flaschen, muss er auch nur PET-Einwegflaschen zurücknehmen und den Pfand dafür auszahlen – nicht jedoch Glasflaschen oder Dosen. Die Größe, Form und Marke der Einwegflasche oder -dose ist also nicht entscheidend und auch nicht, wo sie gekauft wurde. Ausnahme: Kleine Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von unter 200 m2. Diese haben das Recht, nur die Pfandflaschen anzunehmen, die sie auch verkaufen.

Damit dieses System am Ende auch für die Händler aufgeht und keiner zu viel oder zu wenig Pfand ausgezahlt hat, gibt es eine zentrale Regulierungsstelle, die den Pfandausgleich vornimmt (Pfandclearing).

Pfandfreie Produkte

Grundsätzlich ist auf alle Flaschen aus Glas oder PET sowie auf Dosen in Deutschland Pfand zu bezahlen. Getränkeverpackungen aus Karton sind immer pfandfrei. Es gibt aber auch einige Getränke, die unabhängig von ihrer Verpackung keinem Pfandsystem angehören müssen. Dazu zählen zum Beispiel Wein, Spirituosen, Fruchtsäfte und Molkereiprodukte sowie Flaschen mit mehr als 3 Litern Inhalt. Pfandfreie Glasflaschen gehören in den Glascontainer und PET-Flaschen mit dem Grünen Punkt in die gelbe Tonne.

Dosenbier ohne Pfand wird man also beispielsweise nirgends in Deutschland finden – da Dosen grundsätzlich pfandpflichtig sind und Bier nicht zu den ausgeschlossenen Getränkesorten gehört.

Aber Achtung, auch hier gibt es Ausnahmen! Obwohl auf Säfte zum Beispiel grundsätzlich kein Pfand gezahlt werden muss (vom Gesetz her), kann sich der Hersteller für das freiwillige Mehrwegsystem entscheiden. Dann wird auch auf Saftflaschen ein Pfand fällig. Ein genauer Blick auf die Flasche ist also immer erforderlich.

Pfandpreise – Worauf gibt es wieviel Pfand?

Einwegpfand25 Cent
Mehrwegpfand
Bierflaschen aus Glas8 Cent
Bierflaschen mit Bügelverschluss15 Cent
Mineralwasserflaschen (Glas oder PET)15 Cent
Saft- oder Softdrinkflaschen15 Cent
Weinflaschen2 oder 3 Cent
Kistenpfand1,50 Euro
halbe Bierkisten (10er)75 Cent
Webseiten der Pfandsysteme:
Einwegsystem
Mehrwegsystem